Familien-Friedhof im TierparkGrab der von Treskows ist 153 Jahre alt (ergänzende Fotos von u.n.s)
LICHTENBERG. Es ist auf keiner Karte des Tierparks verzeichnet und doch viel älter als die 155 Hektar große Friedrichsfelder Anlage. Wer hinter dem Eingang Bärenschaufenster den Hauptweg nach rechts verläßt, erreicht das 153 Jahre alte Familiengrab der von Treskows. Der kleine Friedhof liegt in einem kleinen Waldstück an einem Fußweg zwischen Eingang und Eisbärengehege. Auf der etwa acht mal zwölf Meter großen, eingezäunten Anlage sind 23 Personen begraben. Johann Carl Siegesmund von Treskow war der erste der Familie, der dort begraben wurde. Der Leichnam des Landrats von Nieder-Barnim ruht seit Oktober 1846 unter einer schweren Grabplatte. Die Inschrift lautet: "Er besaß Friedrichsfelde von 1816 bis 1846".
Die Familie von Treskow lebte seit 1812 im Schloß Friedrichsfelde. 1945 wurde sie enteignet. Der letzte Schloßbewohner soll in einer Schubkarre aus dem Schloß gefahren worden sein, berichtet Hermann von Treskow, ein Nachfahre, der jetzt in Hannover lebt.
Nach Kriegsende übernahm der Magistrat den Park Friedrichsfelde. Die Nachkommen der Familie erhoben keinen Anspruch auf Rückgabe des Anwesens, wohl, weil die Instandhaltungskosten zu hoch waren. 1955 wurde dort der Tierpark eröffnet. Die kleine Begräbnisstätte blieb unangetastet. Nach Hermann von Treskow ist es Heinrich Dathe zu verdanken, daß das Familiengrab bis heute besteht. Dathe, Direktor der Forschungsstelle "Wirbeltierforschung", die 1958 dem Tierpark angegliedert wurde, und späterer langjähriger Tierparkdirektor, habe das Grab "stillschweigend" erhalten. "Unter dem Gesichtspunkt der langen Liegezeit, würde ich eher von Gedenkstätte als von Friedhof sprechen", sagt Verwaltungsleiter Manfred Bienge. (eb.)
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