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» Berliner Wörter von A bis Z

 

 

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E

Eau de Mief Parfum.
Ecke nicht weiter definierte Entfernungsangabe: »Von hier bis zum Koofmann is ’ne janz schöne Ecke.«
Eckensteher (Nante) früher für Dienstmann. Nach der Titelfigur einer 1832 uraufgeführten Posse.
Ede Abkürzung von Eduard. Bezeichnung für Kumpel, Bruder, aber auch für leicht kriminelle Typen.
Eecks Ausruf des Abscheus.
Ehestandslokomotive Kinderwagen.
Ehrensäbel Ehrensache.
ehrlich wirklich, ungelogen. »Ick hab ehrlich wat zu tun.«
ehrpusselig (nordd.) spöttische Bezeichnung für ehrbares, sittsames, lobenswertes Verhalten. Ironisierung von ehrpusslig = sittsam, prüde, abgeleitet von pusseln = eine Arbeit geduldig verrichten.
Ei »Der sieht aus wie aus’m Ei jepellt.«, besonders schick, elegant. Jemanden »wie’n rohet Ei behandeln«, meint, ihn vorsichtig behandeln. Im Plural für Hoden: »Dir polier ick gleich de Eier!«, eine ernstzunehmende Androhung von Gewalt. Aber auch in der Bedeutung von Geld: »Ick hab nur noch zwanzich Eier.« Eine Eierkiste ist ein Auto, ein Eierkopp entweder ein nicht gerade rund geformter Kopf oder jemand, der schwer von Begriff ist. Eierpampe ist die Bezeichnung für mit Wasser vermischten Sand, wie ihn Kinder oftmals zum Schrecken ihrer Eltern in allerlei Hinsicht gebrauchen.
eildieweil für hd. weil (oft mit Hauptsatzstellung im Nebensatz). Wahrscheinlich entstanden aus »alldieweil« und »Eile mit Weile«.
Einbildung »Einbildung is ooch ’ne Bildung.«
eine drauf machen tanzen, feiern.
einfuchsen jemand, der eine Sache besonders gut kann, »is daruff besonders jut einjefuchst.« Aus der Studentensprache des 19. Jhs.
Eingemachtes »an’s Einjemachte jehen«, an die Reserven gehen.
eingespundert eingesperrt. Fußt wahrscheinlich auf mnd. Spinde = Schrank, Vorratsbehälter.
einhandeln etwas Unangenehmes bekommen. »Du handelst dir gleich ’ne Ohrfeige ein!«
einkacheln viel oder hastig essen.
Einkriegezeck Fangspiel.
einleiern etwas vorbereiten. »Dit hat der mir einjeleiert.«
Einnehme Kellnerin, Kassiererin.
einnehmen »Er hat ’n einnehmendet Wesen.«, d.h., er nimmt gern viel Geld ein, jemand »vom Stabe Nimm«.
einpfeifen essen oder auch trinken.
einpummeln, sich sich stark einhüllen, sich einwickeln, sich warm anziehen.
Ø auch anpummeln.
einrühren etwas anrichten, einbrocken. »Da haste mir war einjerührt!«
einstippen (mnd. stippen = eintauchen) Brot in Milch eintauchen bzw.
Ø Schrippe oder Kekse in Kaffee.
einstuken Ø stuken
Eisbein mit Erbspüree, Berliner Nationalgericht, in Bayern »Haxen« genannt. Aber natürlich auch die Bezeichnung für kalte Füße. In letzterer Bedeutung auch in der Drohung »Dem knick ick die Eisbeene!« Eisbein mit Lenkstange = Rollmops.
Eisenbahn »Et is höchste Eisenbahn.«, es ist höchste Zeit. Nach Glaßbrenner (1847): »Es ist die allerhöchste Eisenbahn, die Zeit ist schon von drei Stunden angekommen.«
Eisente prüde Frau.
Ekel (ostf. ekelen = verdrießen) widerwärtiger Mensch. Noch verstärkend: Ekelpaket. Man denke an den leicht berlinernden Alfred Tetzlaff aus der Fernsehserie »Ein Herz und eine Seele«.
Elbkähne große Schuhe.
Ella oder Elle Braut, Freundin, Schwester.
Elsterauge Hühnerauge.
Eltern »Dit is nich von schlechten Eltern.«, es ist hervorragend, besonders gut. »Eltern mit Pillenknick« sind kinderlos.
Em Mark, im Plural auch Emmchen.

Embüdel auch Embiedel Freund.
Emmer bei Glaßbrenner für Eimer.
Emton in der Regel mit dem Possessivpronomen »mein« verbunden. Wird für Personen gebraucht, die man kritisieren will, denen man etwas androht, die man aber gern hat und nicht weiter verletzen will. »Paß mal uff, mein Emton!«
Ende »Da is ja dit Ende von weg!«, Redensart, die als Ausdruck des Erstaunens gebraucht wird.
ent oder weder entweder - oder.
Ente oder Trente wie
Ø ent oder weder.
entfernt »Dit macht sich von weiten sehr entfernt.« Von weitem betrachtet sieht das sehr gut aus (,aber eben nicht von nah).
entrenanu (frz. entre nous) unter uns.entschuldigen   »Können Se nich uffpassen?« - »Entschuld’jen Se, daß ick jebor’n bin.« Erstmalig 1845 in Berlin.
Erbbegräbnis Geschäft, Restaurant, das schon mehrfach bankrott gegangen ist oder seit langem nicht mehr blüht.
Erholungsheim   Gefängnis. Früher Ausruf der Schaffner am Gefängnis Tegel: »Erholungsheim - will jemand aussteigen?«
Ersatzspiel Hasardspiel.
erschossesein   erschöpft sein. »Ick fühl ma heute wie erschossen.«
erstensmal zweetensmal... zum ersten, u.s.w., beim Anführen von Gründen.
erzählen 1. beauftragen. 2. einreden, weismachen: »Mir könn’ Se nüscht erzähl’n!«
Eskimoflip Wasser. Fuß auf umgs. Eskimo = hochprozentiges alkoholisches Getränk.
Essig »Damit is Essig!«, damit ist es vorbei, mit dieser Hoffnung ist es aus.
etepetete pedantisch genau, zimperlich. Fußt wahrscheinlich nicht auf frz. etre peut-etre ›im Zweifel sein‹, wie oftmals angenommen, sondern auf nd. öt(e), entrundet ete, ›geziert, zärtlich, überfein‹, das ironisierend verdoppelt wurde.
Eternitplätzchen für
Ø Bulette.
Eule 1. häßliche Frau, 2. Bruder, 3. Kopf.
Eumel Kopf, aber auch als Schimpfwort gebraucht im Sinne von Dummkopf: »Du alter Eumel, du!«
Extramuros im 19. Jh. für Zigarre. Von lat. extra muros = außerhalb der Zimmerwände.
Extrawurst etwas Besonderes. »Ick hab keene Lust, dir ’ne Extrawurscht zu braten.« Auch aus der ›Reihe tanzen‹.

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