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» Berliner Wörter von A bis Z

 

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K

Kabache niedriges, primitives Haus, auch für eine Kneipe zweifelhaften Charakters. Anfang omd. und nordd., aufgekommen im 19. Jh.
kabbeln, sich (nd.) zanken, streiten. Als Substantiv Kabbelei.
Kabolzschießen einen Purzelbaum schlagen. Man denke an einen Kobold. Von daher auch umgs. Kabolzwasser für einen Schnaps, der einen umzuwerfen droht.
Kabrusche (jidd. chawrusso = Gesellschaft, Genossenschaft) »Kabrusche machen«, ein Geschäft machen.
Kabuffe (mnd. Kabuse) Verschlag, kleine Kammer. Auch Kabuffken.
Kackständer Beine. Analog zu Kackstelzen.
Kaderwelsch (ostberl., aus Kauderwelsch und Kader) unverständlicher Funktionärsjargon.
Kaff Kleinstadt, Dorf. Im Prinzip jede Stadt in Deutschland außer Berlin.
Kaffee »Dit is doch allet kalter Kaffee.«, ist eine Reaktion auf eine ›Neuigkeit’, die dem Angesprochenen bereits bekannt ist. »Dit jeht dir ’n kalten Kaffee an!« meint »Das geht dich gar nichts an!«
Kaffer (jidd. kapher = Bauer) ungebildeter Mensch, einfältiger Tölpel, Provinzler.
kahle Atter Glatze.
kajolen jagen, eilen; mal hier sein, mal da sein.
Kalabreser Hut.
Kaleika (poln. kolejka = Reihenfolge) 1. Spaß, Unsinn. 2. Aufhebens, Umstände. Erstmals 1845 in Brandenburg bezeugt.
Kalitte (aus Kolwite) Kohlweißling.
Kalkmütze Verkehrspolizist.
Kalle (jidd. kallah) 1. Braut und 2. auch für Bruder.
Kalüppe Bruchbude.
Kamelogramm Schimpfwort im Sinne von »du altes Kamel«.
Kameruner Schmalzgebäck vergleichbar dem Ø Pfannkuchen, aber in Form einer Acht.
Kampfbrötchen für Ø Bulette.
Kamurke (slaw. komorka) kleine, elende Stube.
Kanake sehr frühzeitig im Berliner Wortschatz und gebraucht wie Ø Hanake, heute allgemein abfällig für Gastarbeiter.
kandideln Als Adj. lustig, als Verb »sich eenen ankandideln«, sich betrinken. Wer »überkandidelt« ist, spinnt ein bißchen, handelt übertrieben.
Kanone »Dit Stück is unter aller Kanone.«, »unter aller Sau«, d.h. unter aller Kritik. Von lat. sub omni canone, wobei »Kanon« die Richtschnur, den Bewertungsmaßstab (von Schülern) bezeichnet.
Kanonenstöpsel dicke Person.
Kante 1. »Hat die ’ne Kante!«, hat die einen Busen, eine Brust. 2. Wer »Jeld uff de hohe Kante legt«, der spart.
Kanten Ende des Brotlaibs. Ø Knust.
Kanthaken jemanden »am Kanthaken nehm’n«, ihn am Schlafittchen nehmen. Vermutlich abgeleitet von Kammhaken, dem Kamm des Hahns.
Kanzelstürmer Pfarrer.
kapee »schwer von kapee sein«, schwer von Begriff sein. (kapieren)
Kappes (frz. cabus = Kohlkopf) »Dit is ja alles kappes.«, Blödsinn, Unfug.
kapores (jidd. Sühneopfer) entzwei, ruiniert. Am Vorabend des Versöhnungstages wurden Hühner als Sühneopfer »kapora« geschlagen.
kariert quatschen Unfug daherreden, dumm rumquasseln.
Karnalje (frz. canaille) Schurke, Schlingel. Auch Karnaljenvogel anstelle von Kanarienvogel.
Karnickel im Sinne von ›der Schuldige, der Sündenbock‹. Eine Karnickelneese hingegen bezeichnet eine etwas von der Norm abweichende Nase.
Karo einfach trocken Brot, einfaches Essen. Vermutlich abgeleitet von Karo-Kaffee.
Karotte »’ne jungsche Karotte«, ein junger, unerfahrener Mensch.
Kartoffel 1. Taschenuhr. 2. »Rin inne Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln.«, etwas tun, und dann wieder rückgängig machen, etwas Überflüssiges tun. »Wat soll’n dit? Erst rin inne Kartoffeln, dann raus aus de Kartoffeln. Kannst da nich entscheid’n?«
Kartoffelsaft Wodka.
Kaschemme Kneipe. Von rotw. Katschemme, das von slaw. Formen hergeleitet ist, vgl. sorb. korcma, poln. karczma.
Kaschube bäurischer Mensch. Abgeleitet von den Kassuben im ehemaligen Pommern und Westpreußen.
Käseblatt Zeitung.
Käsekopp Dummkopf. Seit dem späten 19. Jh. von Berlin ausgegangen.
Käsemauken Beine, Schweißfüße.
Kasperlesekt Selters.
Kastrolle Kasserolle.
Katzenkopp kurzer, leichter Schlag auf den Hinterkopf.
Kaufe, heilige Weihnachtseinkäufe
Keife abschätzig für Frau.
Keile Schläge, Prügel, Hiebe. Eine Keilerei ist eine Prügelei.
Keks Kopf. »Du jehst ma uff’n Keks.«, auf die Nerven, auf den Geist. Vielleicht mit Bezug auf jidd. gag = Dach.
kellnerieren kellnern, bedienen.
keß (jidd. chochom = Kluger, Weiser) keck, mutig. Bekannt ist die »kesse Jöhre«.
Keule Bruder, Kumpel. Verkürzt aus Briezkeule (Ø Brieze).
keulen schnell laufen.
Keulen schwingen 1. tanzen gehen und 2. beeilen: »Schwing mal deine Keulen!« Keule = Bein.
kiebig frech, zänkisch.
kieken gucken. Wer kiekdoof ist, der ist kurzsichtig.
Kieker jemanden »uff’n Kieker ham«, ihn beobachten, um ihn einer Sache zu überführen.
Kien »uff’n Kien sein«, helle sein, vorsichtig sein, auf der Hut sein. Geht entweder auf frz. ›quine‹ mit der Bedeutung unverhoffter Vorteil zurück oder auf engl. ›keen‹, scharf, im Sinne von ›acute of mind‹ oder jidd. kiwen = aufmerksam, geschäftig. Aufgekommen zur Zeit der französischen Besetzung (1806-08).
Kienappel Kiefernzapfen.
Kies Geld. Wer »in den Kies pupt«, geht leer aus. Geht zurück auf entweder jidd. kis = (Geld)beutel oder rotw. Kies, Kiesel = Stein mit Beziehung zu rotw. Steiner = Münzgeld.
kiesetig (ahd. kiosan = kiesen, prüfen, wählen) mäklig.
Kievief oder Kiewief (frz. Qui vive?, früher Ausruf der Wache) »uff’m Kievief sein«, aufpassen.
Kie(t)z bezeichnet typische Berliner Viertel mit »Miljöh«. Bereits 1249 als Siedlungsname bezeugt. Ursprünglich ärmliche Fischersiedlung, später Ortsteil und Stadtteil.
Kinderschaukel 1. Kinderwagen und 2. Motorrad mit Beiwagen.
Kindersärge (über)große Schuhe. Vermutlich bei Berliner Soldaten 1813/14 entstanden.
Kinkerlitzken eigentlich wertlose Kleinigkeiten, Kurzwaren. »Mach keene Kinkerlitzken.«, komm zur Sache. Von frz. quincaillerie oder aus Kanker = Spinne und Litze (=Faden eines Gewebes), also Wertloses wie ein Spinnengewebe. Die Endsilbe -ken ist nd. das Diminutiv -chen; so hört man auch Kinkerlitzchen.
Kintopp Kino. 1906 aufgekommen mit Bezug auf Kinematographiethater am Kottbusser Damm, dessen Besitzer Topp hieß.
Kippe (mnd. Spitze, Kante) 1. Zigarettenstummel und 2. »steht etwas uff der Kippe«, was zweifelhaft ist.
Kirchenmaus Pfarrer. Von daher auch »arm sein wie ’ne Kirchenmaus.«
Kirste meistens gesprochen mit gerundetem i: Kürste. Brotkruste.
Kiste »’ne faule Kiste«, ist eine faule Sache; die Kiste bezeichnet sowohl den Fernseher als auch das Auto wie auch den Sarg.
Klabafti Schnaps.
Kladderadatsch lautmalerisch für etwas, das zerbricht; erweitert aus klatsch und kladatsch. ›Kladderadatsch‹ war auch der Titel des bekanntesten deutschen Satireblattes, das am 7. Mai 1848 erstmals erschien.
Kladerage Kleidung.
Klaferze Homosexueller.
Klafte nörgelnde Frau.
klaften gehen (mhd. Klaft = Geschwätz) 1. einkaufen gehen. 2. tratschen.
Klamauk Krach, ausgelassenes Vergnügen, aber auch negativ für einen plumpen Spaß. Ein Film mit billigen Witzen ist ein Klamaukfilm. Wahrscheinlich nicht abgeleitet von frz. clameur = Geschrei, sondern lautnachahmenden Ursprungs.
klamm (mnd. klam = eng, vor Kälte erstarrt) vor Kälte unbeweglich. Von daher auch »klamm sein«, schlecht bei Kasse sein, weil die Bewegung des Geldzählens nicht mehr gemacht werden kann.
Klammerbeutel »Dir ham se wohl mit’m Klammerbeutel jepudert.«, du spinnst wohl, du bist wohl Ø doof.
Klammerbraut Beifahrerin auf dem Motorrad.
Klamotten im engeren Sinne für heruntergekommene Kleidungsstücke, verallgemeinernd für allerlei wertloses Kramzeug. Entstammt dem Berliner Gaunerjargon um 1900, die Herkunft ist jedoch unklar.
Klamottenkiste Kino.
Klappe 1. Mund und 2. Bett. Von nd. klappen = schallen, klatschen.
Klapperkasten 1. Klavier und 2. ein klappriges Auto.
Klappmatismus oder auch Klapparatismus Mechanismus.
Klappstulle Doppelschnitte Brot. Ø Stulle.
Klapsmühle Nervenheilanstalt, wie z. B. Ø Bonnies Ranch (Karl-Bonhoeffer-Anstalten), Berlins größte Nervenheilanstalt.
klasse toll, besonders gut.
Klatschjule auch Klatschmaul, Klatschrieke tratschende Frau. Von klatschen = schwatzen, über Abwesende reden.
Klaue schlechte Handschrift. Mit Bezug auf Klaue = Hand und klauen = abschreiben.
kleben jemandem »eine kleben«, ihm eine runterhauen.
Kleedage im 19. Jh. für vornehme Bekleidung, heute allgemein für Kleidung, Garderobe.
Klemme Verlegenheit. »Ick sitz janz schön inne Klemme.«
klieren unsauber schreiben.
Klietsch nicht richtig aufgegangener Kuchen. Auch Klietschkuchen.
Klimperkasten Klavier.
Klinkerschrippe für Ø Schrippe.
Klippschule im 19. Jh. für Privatschule, heute allgemein für eine Schule, in der die Anforderungen an die Schüler gering sind.
Klitsche kleines Häuschen, Geschäft oder Büro. Vielleicht aus poln. kleí = Lehmhaus.
Kloppe (mnd. kloppen = klopfen) Schläge, in erster Linie auf Kinder bezogen. Hier taucht auch die berühmte Hyperkorrektur wie in Apfrikose auf, und zwarvon Leuten, die ihr Berlinisch zu meiden suchen: »Ich versteh das jar nich, warum die Kinder sich immer klopfen müssen.«
Klops mit Beene dicklicher Junge. Klops = Kloß aus Hackfleisch.
Klopsbrummer für Ø Bulette.
Kloßbrühe »Dit is klar wie Kloßbrühe.«, also völlig verständlich.
Kloßkopp Schwachkopf.
Klöten Hoden. Von nd. Kloot = Kloß, Kugel, Ball.
Klötenkorn Eierlikör.
klotzig plump. Im adv. Gebrauch auch verstärkend im Sinne von ›sehr, äußerst, irre‹: »klotzig teuer«.
Kluft 
(von jidd. keliphas = Schale, über die Gaunersprache ›klaffot‹) Kleidung, wenn jemand ›sich in Schale geworfen‹ hat, so ist er »fein« angezogen.
Klump (nordd.) Klotz.
Klumpatsch Quatsch, unnötiger Aufwand. Aus Ø Klump und patschen = laut zusammenfallen.
Klunker abschätzig für Schmuck. Von mhd. glunkern = baumeln, schlenkern. Von daher auch klunkerig = unordentlich, zerlumpt.
Klunte   Mädchen. Im Pl. Kleidung.
Knaatsch Ärger. Vielleicht von nd. Gnatz = übelgelaunter Mensch.
Knackarsch erotisierende Hinteransicht einer Person.
Knacker, oller alter Mann.
Knall »Du hast wohl ’n Knall?«, du bist wohl verrückt.
knallig »knallige Farben« sind stark auffallende Farben.
Knallkopp Dummkopf.
Knallschote 
Ohrfeige, ›a Watschen‹.
Knalltüte Blödmann, Spinner.
knapp (mnd. knap(pe) = eng, rar, spärlich) 1. »Jib ma mal ’n Stück Fleisch, aber nich zu knapp.«, nicht zu wenig, sprich: besonders viel. 2. eng anliegend, z. B. »Die Hose is zu knapp.«
knapsen sparen. Verwandt mit knappen = sich einschränken.
Knarre Revolver, Gewehr.
Knast (jidd. knas = Geldstrafe) Gefängnis. Ein Insasse heißt Knasti oder Knastbruder. Ø auch Knacki. Wer ›Knast hat‹, der hat Hunger.
Knautschke Früher Name für ein Nilpferd im Berliner Zoo. Von knautschen = zusammendrücken, knittern.
Knautschkommode Zieharmonika. Ø auch Quetschkommode.
Kneipe typische Berliner Gastwirtschaft, Trinklokal. Der Besitzer wird Kneipier genannt.
kneisten blinzeln.
Knete Geld.
Knief (frz. canif) Taschenmesser.
Knies Streit.
Knilch unsympathischer Mensch.
Knobländer 1. Knoblauchwürste und 2. Hände: »Jeh mit deine Knobländer da weg!« Abgeleitet von Knobel = (Finger)-Knöchel, im Plural auch »Faust«.
Knobloch Knoblauch.
Knochenkalle dünner Mensch, Skelett.
Knochenmühle 1. schwere, anstrengende Arbeit und 2. Arbeitsstätte.
knochentrocken äußerst trocken.
knödeln Fußball spielen.
knöken (nd. Knöken = Knochen) 1. schlagen und 2. koten.
Knolle Nase.
Knopp Mensch. In der Regel mit negativer Konnotation: »’n oller Knopp«, ein unfreundlicher alter Mann. Ein »kleiner Knopp« ist hingegen ein kleiner, niedlicher Junge.
knorke früher für prima, dufte, großartig. »Knorke ist dreimal so dufte wie schnafte.« Vielleicht entstanden als Reimwort zu Ø Lorke oder aus knorrig = kraftvoll, widerstandsfähig und der nd. Verkleinerungssilbe -ke. Eine dritte Erklärung besteht in der Ableitung aus der Posse »Die Familie Knorke« des Varietékomikers Rudolf Melzer.
Knösel Tabakspfeife.
Knubben auch Knubbel (nd.) Astknoten. knubbelig ist knotig, knollig.
Knuddel Knäuel.
knülle völlig betrunken.
Knülsch (nord.) Kerl. Vielleicht aus rotw. knollig = bäuerisch, grob.
Knüppel schmales Weißbrötchen, im Gegensatz zur Ø Schrippe mit Milch anstatt Wasser zubereitet.
knüppeldicke voll stockbetrunken.
knüppern knoten, binden.
Knust wie Ø Kanten.
koddern rummanschen. »Kodder da nich mit dein unejalen Finger drin rum!« Von mnd. Kod(d)er = Schleim, Rotz.
Kodderschnauze negative Bezeichnung für die berühmt-berüchtigte »Berliner Schnauze«.
Koffer »einen Koffer in Berlin haben«, Anlaß zur Rückkehr nach Berlin haben. Geht zurück auf den Schlager »Ich hab noch einen Koffer in Berlin«.
Kofferheule Radio.
Kohlblätter Ohren.
Kohl »Dit macht den Kohl ooch nich fett.«, das macht auch nichts weiter aus. »Red doch nich so’n Kohl.«, rede doch nicht solchen Stuß, Blödsinn.
Kohldampf schieben Hunger haben. Rotw. Koller sowie Dampf meint »Hunger«.
Kohle Geld. »Die Kohlen locker machen«, bezahlen.
Kohlenkarte Gehaltsabrechnung.
kokeln (nordd., omd.) mit Feuer spielen.
Koks 1. Geld. 2. In der Szene-Sprache für Kokain. 3. »Red’ bloß keen’ Koks!«, rede bloß keinen Unsinn. Ø auch Graf Koks von der Gasanstalt. Abgeleitet von Koks = steifer Herrenhut, was auf William Coke zurückgeht, der den Hut populär machte.
Kölner Kotze Italienischer Salat. Ø auch Mobbelkotze.
Kommfranzundjeh Conférencier, Ansager.
Kommunistenschaukel (ostberl.) für den Wagen der tschechischen Marke »Tatra«.
Kompott etwas, das als »Kompott hinten noch mit dranne hängt«, muß noch erledigt werden.
Kompottschalen extrem dicke Brillengläser.
Konfusionsrat konfuser Mensch.
Koofmich Kaufmann, Materialist, Mensch mit konsumistisch-hedonistischer Lebenseinstellung. Entweder entstanden aus berl. koofen und Michel, in Anlehnung an den »Deutschen Michel«, oder aus »Kauf (Koof) mich!«.
Kopf Der Kopf spielt in zahlreichen Schimpfwörtern eine wichtige Rolle: Knallkopp, Döskopp, Doofkopp, Scheißkopp. Wer hingegen »nich uff’n Kopp jefall’n is«, der ist pfiffig und »weeß ’ne Menge aus’n Kopp«, d.h. auswendig. Was man allerdings »nich im Koppe hat, muß man inne Beene ham«, wenn man dann vielleicht auch »nich weeß, wo einem der Koppe steht.«
Kopfschuster im 19. Jh. für Hutmacher.
Korinthenkacker oder auch Krümelkacker für einen überkorrekten Menschen.
koscher (jidd.) rein. »Ick weeß nich, aber der Typ kommt ma nich janz koscher vor.«
Kosthappen Kostprobe von Nahrungsmitteln.
Köter (nd.) abfällig für Hund.
kotzen sich erbrechen. Bereits Mitte des 18. Jh. als »verächtliches Pöbelwort« charakterisiert. Wenn man etwas »zum Kotzen findet«, dann ist es widerlich, hängt einem zum Halse raus. So Max Liebermann über die Nazi-Zeit: »Man kann nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte.« Ein Kotzbalken bezeichnet eine schlechte Zigarre, ein Kotzbrocken oder auch Kotzproppen einen widerlichen, unsympathischen Menschen.
Krabbe (mnd. krabbe = krabbelndes Tier) kleines, niedliches Kind bzw. Mädchen.
Kränke Krankheit.
Kragenweite »Dit is nich meine Kragenweite.«, die Sache ist eine Nummer zu groß für mich; ist mir nicht angenehm.
Krakel Streit, Lärm; krakehlen, Krakehler. Entweder von frz. querelle = Streit oder von mnd. krackel(e), das auf westflämisch Kreel = Lärm zurückgeht.
Krakelpfoten unsaubere Schrift. Mnd. kraken, Kroken = falten.
kramig unordentlich. Von Kram = Krempel, wertloses Zeug.
Kramme Krampe, U-förmig gebogener Metallhaken, auch Papierhaken, wenn Schüler mit einem »Schießgummi« Krammen schießen.
Kranz »Koof dir’n Kranz und wart’ uff’n Friedhof, bis de begraben wirst.«
Krauter 1. ein »oller Krauter« ist ein Sonderling. 2. Besitzer einer Werkstatt oder eines Ladens. Verstärkend ein kleiner Krauter.
krebsen bzw. rumkrebsen nicht richtig vorankommen, trödeln.
krepeln dahinvegetieren. Bei Trachsel (1873) fortkrepeln in der Bedeutung von ›kümmerlich fortleben‹.
Krepierseite wer »uff de Krepierseite liegt«, hat nicht mehr lange zu leben.
kreuzfidel munter, heiter, sehr froh.
kribbelig reizbar, nervös, unruhig.
Kriere (jidd.) Kälte.
krimitiv  Verschmelzung aus kriminell und primitiv.
Krips 
Kehlkopf. Abgeleitet von Grips = Kerngehäuse, Ø auch Griebsch.
krisselig von leicht gekräuselter Oberfläche.
Kronsohn Sohn, wobei die enge Beziehung zwischen Vater und Sohn hervorgehoben wird.
Kroppzeug (mnd. kropp = Kleinvieh) 1. Gesindel und 2. kleine Kinder.
Kröte Sowohl als Schimpfwort als auch liebevoll zu einem Kind. Im Plural in der Bedeutung von Geld, adjektivisch im Sinne von kratzbürstig, gereizt.
Krücke unsympathischer Mensch.
kruke machen schlapp machen. Eine Kruke ist eine seltsame Person, ein Sonderling.
Krümelkacker Ø Korinthenkacker.
Kts (ostberl.) für Kaffeesahne, abgekürzt aus Kuhtittensaft.
kübeln trinken.
Kuddelmuddel (aus nd. koddeln = flüchtig waschen und modder = Schmutz) Durcheinander, Wirrwarr. Um die Mitte des 19. Jhs. von Berlin aus verbreitet.
kümmeln einen Schnaps (Kümmelkorn) trinken.
Kümmel hauen Faustschlag auf einen Muskel geben.
Kümmeltürke eigentlich ein altes Studentenwort aus der Zeit des Corpsgeistes: »Er sauft wie’n Kümmeltürke«. Heute ein Schimpfwort auf die türkischen Mitbürger. Aber auch allgemein für einen Gemüsehändler.
Kuhfuß im 19. Jh. für Gewehr.
Kujon (frz. couillon) Schurke, Schuft.
kujonieren jemanden ärgern, quälen, schikanieren.
Kule (nordd., mnd. kule = runder, verdickter Gegenstand) 1. Vertiefung im Boden, z. B. Sandkule. 2. Brot.
Kulleraugen große, runde Augen. »Mach doch nich solche Kulleroogen.«, schau mich nicht so erwartungsvoll an.
Kulör (frz. coleur) Farbe. Im übertragenen Sinne: »Die Kulör kenn ick.«, die Personen kenne ich, die taugen allesamt nichts.
Kulturpickel (ostberl.) Kongreßhalle in Berlin-Ost.
Kunde »’n fauler Kunde«, ist ein zahlungsunfähiger Mensch, jemand, mit dem irgend etwas nicht in Ordnung ist.
Kunkel fassen zu allerlei Ausflüchten greifen, um die Wahrheit zu verheimlichen. Kunkeln bzw. umgs. kungeln wie Ø mauscheln.
künstlich »Nu reg’ da nich künstlich auf.«, grundlos auf.
Kürbis Kopf.
kuschki machen nachsitzen.
Kute Grube.
Kutte 1. Jacke und 2. für Kurt.
KWV (jgdsprl., ostberl.) Kaputt-wüst-verrottet = Kommunale Wohnungsverwaltung

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