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» Berliner Wörter von A bis Z

 

 

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N

Nabelficker   ein mit sich selbst beschäftigter Typ, Narziß.
nachgeschmissen sehr billig. »Beim Schlußverkoof kriste de Klamotten nachjeschmiss’n.«
Nachtdroschke Leichenwagen.
Nachteule im 19. Jh. für eine alte, häßliche Frau, heute für eine Person, die die Nacht zum Tage macht.
Nachtigall »Nachtijall, ick hör da trapsen!«, ich merke etwas, es ist etwas im Gange. Abwandlung von »Nachtigall, ich hör dich singen« aus »Des Knaben Wunderhorn«. trapsen = trampeln.
Nachtmütze verschlafener Mensch.
Nachtschattengewächs wie Ø  Nachteule.
nachtschlafend zu nachtschlafender Zeit.
Nachttopf Hut, Mütze. Wahrscheinlich abgeleitet von der soldatischen Bedeutung »Stahlhelm«.
Nachwuchs »Dit is mein Nachwuchs.«, mein Kind.
nachzotteln langsam nachfolgen.
Nakedei (got. naqadei = Nacktheit) nackte Person, insbesondere Kind. Nackedonien ist Mazedonien nachgebildet und meint einen Nacktbadestrand.
Nagel »Mann, hat der ’n Nagel drin!«, ist der betrunken.
Nahkampfdiele Lokal, Bar, Tanzfläche.
Nappkuchen oder auch Nappsülze Trottel, jemand, der aus dem Ø  Mustopp kommt.
Nase gesprochen Neese. »Ham Se schon de Neese pleng (frz. plein = voll)?« Wenn nicht, »muß ick Ihnen noch paar Wörter unter die Neese reiben.« Ein Nasenfahrrad ist eine Brille, ein 
Nasenkneifer oder Nasenquetscher hingegen ein Sarg. Letzterer kam kurz nach 1750 in Preußen auf als »Sarg der Armendirektion«. Jener niedrige Billigsarg mit flachem Deckel wurde durch Friedrich den Großen in Zusammenhang mit der Reform der Armenverwaltung eingeführt.
Nasenwärmer 1. Schnauzbart und 2. Halbschleier, der bis zur Oberlippe reicht.
Nassauer im 19. Jh. für einen Geizkragen, heute für jemanden, der andere für sich bezahlen läßt. Bildung zu rotw. naß = ohne Geld sowie in Anlehnung an den Orts- und Landesnamen Nassau. Als Verb nassauern.
Natter wer wie »’ne Natter reagiert«, ist äußerst empfindlich.
Nebbochant (jidd.) Nichtskönner. Gebildet von umgs. ›nebbich‹, einem Ausdruck geringschätziger Ablehnung.
Negerpimmel Blutwurst.
Negerschweiß Bezeichnung für 1. Cola-Getränk und 2. Kaffee ohne Milch.
neppen zu hohe Preise nehmen. Vielleicht von rotw. neppen = betrügen.
Neu-Deli 
(ostberl.) Delikatläden.
nichtsdestotrotz nichtsdestoweniger.
nicht ohne sehr gut. »Dit Essen war nich ohne.« »Der is nich ohne.«, vor dem muß man sich in acht nehmen, der hat Ahnung.
nie sehr gut. »Dit flutscht wie nie.«, das klappt sehr gut.
Niedertreter Hausschuhe.
Nieselpriem (nordd., omd.) langweiliger Mensch. Aus nieseln = leicht regnen und P(f)riem = Schusterahle.
nischt bzw. nüscht für nichts. »Nüscht Jenauet is nich raus.«, etwas Genaues weiß man nicht.
Nixer Versager. Berlinische Variante zu umgs. ›Nichtser‹.
nö(h)len (nd,.) 1. zögern und 2. vor sich hinschmollen, nörgeln.
Nö(h)lepeter oder Nö(h)lsuse Nörgler(in).
Nörgelfritze Nörgler.
Nolle Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg.
Nonneferzchen Ø  Nunneferzchen.
Noten Schläge. »Keile nach Noten.«
Nuckelken Lockruf für Kaninchen.
Nuckelpinne herablassend für ein langsames Auto. Aus nuckeln = langsam sein und Pinne = Hebelarm am Stuerruder. Wie Ø  Muckepicke.
nuddeln ursprünglich am Leierkasten drehen, heute für eine ungleichmäßige Drehbewegung ausführen oder eine mühsame Kleinarbeit verrichten.
Null uff’s Ferd Nullouvert (beim Skatspiel).
Nulpe willensschwacher Mensch, Schwächling, Dummkopf. Vielleicht von Null = unbedeutender Mensch oder obs. enne triebe Nulpe = eine trübe Wolke.
Nummer »Dit is ’ne Nummer.«, das ist ein Typ!
Nunneferzchen Kameruner. (Nonnenpförzchen)
Nusche 1. Nase und 2. Mund, Fresse. »Krist glei’ eens inne Nusche!« Nebenform zu umgs. ›Nuschel, Nischel‹.
Nuttenbrosche Spitzname für den Brunnen auf dem Alexanderplatz.
nuttig unbedeutend, schlecht.

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