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P

Pachulke   (poln. pacholek) grober, ungeschlachter Mensch. Im Mittelalter wurden im polnischen Raum die von der Stadt bezahlten Söldner ›pacholkowie‹ genannt. Später als verächtliche Bezeichnung für die in Lehndiensten stehenden Bauern. Interessanterweise werden in Polen die moskautreuen Kommunisten von der Bevölkerung ›pacholkowie Moskwy‹, also die Pachulken Moskaus genannt.
Pack Gruppe von Menschen, die man verachtet; Gesindel. Von mnd. pak = Pack, Bündel, Gepäck.
Package (frz. bagage = Gepäck) Gesindel. Ø  auch Pack.
Padde im 19. Jh. für Frosch, heute allgemeiner für eine Person, die sich im Wasser tummelt, insbesondere ein Kind. Im 12. Jh. aus dem Ndl. übernommen.
Paddenpuper Ausflugsdampfer. Basiert auf nd. padden = treten, schreiten, von dem ›paddeln‹ abgeleitet ist, und umgs. ›pupen‹.
Pallazzo Prozzo (ostberl.) spöttisch für den Palast der Republik in Berlin-Ost. Ø  auch Ballast der Republik.
Palme »Der is ja mächtig uff de Palme.«, sehr aufgeregt. »Der bringt mich uff de Palme.«, der macht mich verrückt.
Pamel Brot.
Pampe (nd. Pamp = Brei, Modder) im 19. Jh. für schlechtes Essen, heute allgemein für eine weiche, breiartige Masse.
pampig 1. frech, auftrumpfend, anmaßend. 2. breiig, weich. Abgeleitet von Ø  Pampe.
Pampu(t)schen   Schuhe. Abgeleitet von umgs. Babuschen = Hausschuhe, Filzpantoffeln, was auf frz. babouche = türkischer Schuh fußt, was wiederum auf türkisch ›pabutschi‹ zurückgeht.
Panne »Der hat vielleicht ’ne Panne.«, der ist nicht ganz richtig im Kopf. Von frz. panne = Funktionsstörungen bei Maschinen, Motoren; vgl. auch être dans la panne = in der Patsche, Klemme sitzen.
Panoramablick jemand, der »’n Panoramablick hat«, der schielt.
Pantinen (nd. Pantine = Holzschuh, Pantoffel) »Kipp nich aus de Pantinen, wenn de die Nachricht hörst.«, brich nicht zusammen, fall nicht um. Pantinenkintopp hingegen bezeichnet das Ø  Filzlatschenkino.
Panzerplatte für Ø  Bulette. Fußt auf umgs. Panzerplatte = Scheibe Hartwurst.
Pappchinese alberner Mensch.
Pappdiskus Pizza. Bestandteile wie Pappe und Form eines Diskus.
Pappe wenn man »die Pappe hat«, nämlich den Führerschein, » is dit nich von Pappe«, nicht schlecht. Ob man das Gleiche von der »Pappe«, dem Trabbi, sagen kann, sei dem Leser überlassen.
Pappenstiel »Dit is keen Pappenstiel.«, das ist nicht wenig, ist nicht gering zu veranschlagen.
par Order di Mufti auf höheren Befehl.
Parteitagssprudel (ostberl.) Springbrunnen auf dem Straußberger Platz.
partu (frz. partout) durchaus. »Sie will partu nich mitjeh’n.«
passen gefallen. »Dit paßt ma jar nich, daß de noch nich jefrühstückt hast.«
patent begabt, geschickt, in Ordnung. »Is ’n, janz patenter Kerl.«, was für ein Patentekel nicht gerade gilt. Ein Patentfatzke ist ein eingebildeter Mensch.
Patsche Straßenschmutz. Im Pl. Hände. »In der Patsche sitzen«, keinen Ausweg finden, in Ø  Bredullje sein. Abgeleitet von der lautmalenden Interjektion ›patsch‹.
Patz-Eule Schimpwort für jemanden, der etwas verpatzt hat.
patzig frech, unhöflich, vorlaut.
Pauke 1. Schule, 2. Bauch. Ein Pauker oder auch Arschpauker ist ein Lehrer. Wer »ordentlich een’ uff ’de Pauke haut«, der macht einen drauf und ist im Geldausgeben sehr freizügig. Wer »mit der Pauke jepiekt is’«, der ist nicht recht bei Verstand.
Pechhengst im 19. Jh. für Schuster.
pechös mißlich, unglücklich.
Pedalenstiege Fahrrad.
Pede 1. Quecke, 2. Unkraut und 3. Haare. Ndl. Herkunft.
peesen rennen, laufen. Ø  pesen
Pelle (lat. pella, ndl. pel) Haut. »Jeh ma bloß vonne Pelle.«, laß mich in Ruhe. »Der sitzt ma uff der Pelle!«, der läßt mich nicht in Ruhe. Berliner Spezialität: Pellkartoffeln mit Leinöl. Verbreitung des Substantivs durch niederländische Siedler in der Mark.
pellen jemandem eine Ohrfeige verpassen.
Penne (lat. penna = Schreibfeder) 1. Schule, 2. Bett und 3. für eine liederliche Frau.
Penunse (poln.) Geld.
Persilschein haben alles machen dürfen, wenn jemand »nich sauber tickt.« Früher in Anwendung auf die Personen, die nach 1945 entnazifiziert wurden, somit also reingewaschen waren (Persil = Bezeichnung einer Waschmittelmarke).
per Tallje gehen ohne Mantel gehen.
pesen (lat. pes = Fuß) schnell laufen, rennen.
Peter Lehmann Petroleum.
pet(t)ern herumstochern.
petzen anschwärzen. Ø  anpetzen. Von rotw. petzen = bei der Polizei anschwärzen. Seit Ende des 18. Jhs. stud. belegt.
Pfanne jemanden »in de Pfanne hau’n«, bedeutet, ihn entweder körperlich oder in einem Wortgefecht niedermachen.
Pfannkuchen Gebäck, das außerhalb Berlins als »Berliner« bekannt ist. Ein »Pfannkuchen mit Beene« ist ein kleiner, dicker Mensch.
pfeffern werfen. »Ich pfeffer dir gleich ’n paar!«, ich hau’ dir gleich ein paar runter.
Pfefferzimmer Abstellraum, in den man alles »reinpfeffert«.
Pfeife Idiot. »Wem die Pfeife ausjejang’n is«, der hat kein Geld oder keine Kraft mehr.
pfeifen trinken. »Jeh’n wa noch een pfeifen?« Abgeleitet von der soldatischen Sitte, die Menge der Flüssigkeit in einer Feldflasche dadurch zu prüfen, indem man in die Flasche bläst.
Pfeifenheini ist wie Pfeifenkopp ein Schimpfwort gegenüber einer körperlich unterlegenen Person.
Pferd »Ick gloob, mich tritt ’n Ferd!«, Ausruf des Erstaunens, der Verwunderung. »Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd.«
Pferdekur Kur à la Dr. Eisenbart.
Pfiff Kunstgriff.
Pfingstochse nach Trachsel (1873) ein »überreich mit Schmucksachen beladener Geck.« Heute allgemein für einen dummen Menschen.
Pflanze gesungen mit der Melodie des ›Petersburger Marsches‹:

»Denkste denn, denkste denn,
Du Berliner Pflanze,
Denkste denn, ick liebe dir,
Nur weil ick mit dir tanze?«

Pflasterstein ein harter Pfefferkuchen. Übertragbar auf alle zu hart gewordenen Gegenstände.
Pflaume auch Pflaumenaugust oder Pflaumenede Versager, Nichtskönner. Aber auch Ball, Fußball. »Spielste mit Fußball?« - »Aber nich mit der Flaume, die de da inner Hand hast.«
Pforzmolle Bett.
Pfote auch Pote gesprochen Hand bzw. Fuß.
Pfund 1. oft als verstärkendes Element in Komposita: Pfundskerl, Pfundswetter, Pfundssache, etc. 2. Zwanzig Mark.
pfuschen 1. schludrig arbeiten und 2. schwarz arbeiten.
picheln (nd., omd.) stark trinken. Ursprünglich nach Pegeln (Eichzeichen) trinken, vgl. nd. ›enen goden Pegel supen‹.
Piefke kleiner Junge, nach dem preußischen Musikmeister Piefke, der 1864 den Düppeler Sturmmarsch komponierte. Einfluß von nordd. Piefke = Pfeifchen im Sinne von kleiner Penis (des Knaben) ist nicht auszuschließen.
Pieke »von der Pieke auf lernen«, von Anfang an und gründlich. (Picke = Spitzhacke)
Piejatz im 19. Jh. für Zigarre.
piekfein sehr fein, auserlesen. Leitet sich nicht - wie allgemein behauptet wird - aus dem Jidd. ab, sondern von der nd. Bezeichnung ›puk, pük‹, ursprünglich für eine feine niederländische Tuchsorte. Hat sich dann als Gütebezeichnung allgemein herausgebildet und ist schließlich zum anerkennenden Ausdruck geworden.
Piep »Er kann nich mehr Piep sagen.«, keinen Ton mehr herausbringen. »Der hat’n Piep.«, der hat einen Vogel, der spinnt.
Piepe (nd.) ursprünglich für eine Halm- oder Weidenpfeife, heute allgemein für Pfeife. »Dit is ma piepe.«, das ist mir völlig egal.
piepegal völlig gleichgültig. Zusammensetzung aus Ø  piepe und egal.
Piepel 1. kleiner Junge und 2. Penis. »Kinderschokolade biegt den Piepel gerade.« Ø  auch Piepe.
Piepen Geld. »Viel Arbeet und wenig Piepen.« Verkürzt aus Ø  Piepmatz.
Piepmatz Vogel, eigentlich Adler auf der Münze. »Wer ’nen Piepmatz hat«, der ist verrückt.
Pieps »’n Pieps«, ganz wenig.
piesacken quälen, peinigen, aber auch abgeschwächt für ärgern. Von nd. pisakken = schlagen, quälen, was sich ableitet von nd. Pessek = Ochsenziemer, eigentlich Geschlechtsglied des Stieres.
Piesepampel charakterschwacher, ungeschickter Mensch. Vielleicht aus bammeln = schlaff herabhängen und Piesel = Penis, in Analogie zu Ø  Schlappschwanz.
pietschen trinken. Von poln. pic oder tschech. pici = Blechkanne.
Pilli ein Glas Pils.
Pimpelfritze bzw. Pimpelliese, -lotte jemand, der schnell friert.

 
pimpeln frieren, empfindlich sein.
Pimperlinge kleine Geldstücke, Geld.
pimpern Petting ausüben. Von nd. pümpeln = stoßen.
Pinguin, wandelnder Nonne.
Pinke oder Pinkepinke (nordd., md.) Geld. Gleichbedeutend mit Ø  Penunse mit Bezug auf jidd. pinka = Geldbüchse und wahrscheinlich aus poln. pieniadze = Geld hervorgegangen.
Pinkel »ein feiner Pinkel«, ein eleganter und arroganter Mann. Ø  auch Pinke und pinkeln.
pinkeln urinieren. Vgl. auch nd. Pink = Penis, eigentlich kleiner Finger.
Pinne 1. kleiner Nagel, Stift, 2. Lüge. Auch als Verb: »Pinn uns nich wat vor.« Graf Pinne ist ein Sinnbild für den Schlemmer.
Pinscher »Sie Pinscher!«, beschimpfende Anrede.
Pinsel wie Ø  Pinkel.
Pinsel-Heinrich Spitzname für Heinrich Zille (1858-1929), durch dessen kritisch-satirische Bilder das »Milljöh« zeichnerisch und fotografisch dargestellt wurde.
Pinselschwinger Maler.
Pinte Kneipe. Von lat. pincta = Gemaltes, wohl das gemalte Eichzeichen. Ursprünglich Flüssigkeitsmaß, später dann Wirtshauszeichen.
Pionöse (ostberl.) spöttisch für Pionierleiterin. Aus ›Pionierin‹ und ›Baletteuse‹.
Pip(p)ifax »Is doch allet Pippifax.«, alles Quatsch. Ferner in der Bedeutung für kleiner Junge.
pirseln 1. urinieren und 2. eine Tätigkeit langsam (tröpfelnd!?) tun.
Pißkiste Kinderwagen.
Pißnelke Schimpfwort.
Pißtopf Nachttopf.
Pladautz lautmalerische Bezeichnung für das durch das Fallen eines Gegenstandes hervorgebrachte Geräusch. Bereits im 19. Jh. vermerkt. »Pladautz, da flog er hin.«
pladdern stark regnen. Von nd. pladdern, pleddern = plätschern, in Strömen regnen.
Plansch Regen, Nässe.
plärren (frz. pleurer, nd. blarren) weinen, schreien. Plärrliese weinendes Kind.
Plastenerz (ostberl.) Regenmantel.
Plastepanzer (ostberl.) Auto der Marke Trabant. Ø  auch Asphaltblase.
Plastikschüssel (ostberl.) wie Ø  Plastepanzer.
Platschpampe Schneematsch. Aus lautmalend platsch und Ø  Pampe.
platt verblüfft.«Da biste platt, wa?«, da staunst du?
Platze »Da kann man sich ja die Platze ärgern!«, sich ärgern, bis man platzt. Rückbildung zu platzen = vor Wut, Zorn außer sich geraten.
Plau(t)ze (sorb. pluca = Lunge) Bauch. »Sich die Plauze vollhau’n« meint viel essen.
Pleite (jidd. plejte = Flucht, Rettung) Bankrott.
Plempe 1. dünne Suppe, 2. Revolver und 3. Polizei.
plemplem verrückt, irre.
Plerre auch Plörre   1. dünner Kaffee. 2. Allgemein für gehaltlose Flüssigkeiten.
Pli (frz.) eigentlich Falte, hat die Bedeutung von Gewandtheit, Mutterwitz. Vgl. frz. prendre un pli = eine Gewohnheit annehmen.
plieren (nordd.) schielen. Plieroogen.
plinsen früher blinzeln, heute weinen.
plötrich (frz. pleutre = Lump) kümmerlich, schäbig.
plümerant Ø  blümerant.
Plumpe früher für Straßen-, Schwengelbrunnen. Bezeichnet den Stadtteil Gesundbrunnen im Bezirk Wedding.
plundrig schäbig.
Plutz uff’n Plutz plötzlich, unerwartet.
Pocke (nd. Blatter, Pustel) Fußball.
Pöker Gesäß.
Pojatz Faxenmacher, man denke an Bajazzo.
Polenshop (ostberl.) für das ehemalige Warenhaus Centrum am Ø  Alex.
Polente Polizei.
Polier nicht nur Maurerpolier, sondern auch (frz. parler = sprechen) Sprecher.
Politunten-Express Polizeiwagen mit Politessen.
polken Verwickeltes mit den Fingern hervorholen.
Polterkopp gereizter, lauter Mensch.
Polyp Polizist.
pomade, pomadig (pol. pomal) langsam.
Pomadenhengst im 19. Jh. für Stutzer. Heute wie umgs. Pomadenbengel.
Pomperbüdel Stoffhandtasche. Anlehnung an Pompadour = Euter; formähnlich mit der beutelförmigen Damenhandtasche.
Pomuchelskopp Dickkopf.
Popelfahne Taschentuch.
Popeline kleines Mädchen, das in der Nase bohrt. Von frz. popeline = festes Gewand aus Garnen; nicht frz. ausgesprochen.
poplig armselig, sehr klein. »Wat is’n dit für’n poplijet Auto?«
Popo (ostberl.) Politische Polizei.
Portierzwiebel kleiner Haarknoten, wie er früher von Portierfrauen getragen wurde.
Portjeesche Hauswartsfrau.
Portjuchhe Portemonnaie. Aus frz. ›portemonaie‹ und umgs. ›juchhe‹.
Porzellanpuppe junges, hübsches Mädchen.
Posen (nordd.) Federn. »Inne Posen jeh’n.«, ins Bett gehen. Von Pose = Federkiel, Schreibfeder, Bettfeder.
Posemuckel 1. abgelegenes Dorf oder Kleinstadt. Geht zurück auf den Namen eines kleinen Dorfes im Kreis Bomst (Posen) Ende des 19. Jhs. 2. kleines Kind.
Pote (nd.) Pfote, Hand.
Potsdamer nach Trachsel (1873) ein beschränkter Mensch.
Potsdorf Potsdam.
pover gesprochen mit einem w, (frz. pauvre) arm.
Prä Vorrecht.
Prachtschinken für Ø  Bulette.
Pranken große Hände.
prahtschen prahlerisch auftreten.
präpeln essen. »vor sich hinpräpeln«, etwas vor sich hintun.
Päsentierteller »Ick sitz hier wie uff’m Präsentierteller.«, allen Blicken preisgegeben. Wer Gästen vorgestellt wird, wird »uff’m Präsentierteller jereicht«.
preschen rennen, eilen. Entstanden aus pirschen = jagen.
Presley-Verschnitt (jgdsprl.) Möchtegern-Elvis.
Prenzelberg (ostberl.) für den Bezirk Prenzlauer Berg.
priemen langsam arbeiten. Von nd. Priem = Pfriem, Ahle.
Primeltopp einfältiger Mensch.
Pröppke »wie Pröppke« dasitzen, behaglich sitzen.
Proletarier-Eisbein Rollmops. Ø  auch Eisbein.
Proletenbagger Paternosteraufzug.
Proli (jgdsprl.) Prolet, abfällig für jeden Durchschnittsbürger.
Propeller 1. Kragenfliege, 2. Ohren.
Proppen Propfen. Wer »uff’n Proppen sitzt«, ist in Verlegenheit.
Prothese  »Du brauchst ja nich deine Prothese zu fletschen!«, du brauchst nicht zu lachen.
Protz Angeber. Übertragung von Protu, Brotz = Kröte; sich aufblasen wir ein Frosch. Tritt in zahlreichen Zusammensetzungen auf, z. B.. Muskelprotz oder Geldprotz.
Protzkeule (ostberl.) Fernsehturm in Berlin-Mitte.
Publikus (Pl. Publikümer) Publikum; maskuline Form von lat. publicum.
Puckel Buckel, Rücken. »Sie könn’ ma ’n Puckel runterrutschen.« »Lieber ’n Bauch vom Saufen als ’n Puckel vom Arbeeten.«
puckeln, sich etwas Schweres tragen, sich abmühen.
puckern rhythmisches Klopfen. »Et puckert und muckert.«, etwas, das sich in regelmäßigen Abständen bemerkbar macht und ausbrechen will, z. B. Kopfschmerzen.
puffern tanzen. »Wir jeh’n heut puffern.«
pulen herumfingern.
Pulle (lat. ampulla) Flasche. »’ne Pulle eindreh’n«, eine Flasche Schnaps trinken.
pullern oder pullo pullo machen 1. urinieren und 2. stark regnen.
Pupe 1. früher für den Wächter im Park, 2. für einen Homosexuellen und 3. für ein abgestandenes Bier.
pupen prahlen. Wer »aus der Schnauze pupt«, der stößt auf.
puplau lauwarm.
Puppenlappen Stofflappen und Flicken zum Spielen. »Dir hau ick zu Puppenlappen!«, jem. schlagen, daß seine Kleidung in Fetzen hängt. Wer »zu Puppenlappen friert«, der zittert vor Kälte.
Puschel fixe Idee, merkwürdige Angewohnheit.
Puseratze Geld. »Ick hab keene Puseratze mehr.«, von etwas nichts mehr haben. Mit Bezug auf Ratz = Siebenschläfer oder frz. raté = das Versagen.
Pussel nettes Mädchen, kleines Wesen. Vielleicht von pussen = küssen oder Puß = Katze.
Pusselfritze jemand, der sich mit Kleinigkeiten abgibt.
pusseln sich mit Kleinigkeiten beschäftigen. Nd. und ostd. Nebenform von ›bosseln‹.
Pusteblume Dolde des Löwenzahn.
Pustekuchen im Sinne von denkste, starke Verneinung, Ausdruck der Ablehnung.
Pusterohr Blasrohr.
Putelje (frz. bouteille) Flasche.
Putenjunker im 19. Jh. für einen jungen adligen Offizier vom Lande, der noch wenig Stadtschliff besaß.
Putenrennen 1. Damenwahl beim Tanz. 2. (ostberl.) Frauentagsfeier.
Puttputt Geld. Leitet sich ab von der Fingerbewegung beim Locken der ›Putthühner‹, die der Fingerbewegung beim Geldzählen gleich ist.

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