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» Berliner Wörter von A bis Z

 

 

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S

Sabberliese   1. tratschende Frau und 2. unsauberes Kind.
sabbern, sabbeln dummes Zeug reden. Iterativbildung zu mnd. sabben = geifern, speicheln.
Sabbermaul auch Sabberfritze Quatschkopf.
Sachsengesocks Schimpfwort für die Sachsen.
sachte, sachteken behutsam, ruhig. »Immer sachte mit die jungen Pferde.«
Sack wie in vielen anderen Dialekten ein beliebtes Schimpfwort, das in zahlreichen Wendungen vorkommt: »Du oller Sack«, Sacksülze, Sackgesichte, Saftsack usw.
Säcke »Sach mal, haste Säcke vor de Türe?«, ironische Frage an jemanden, der eine Tür offen läßt.
saftig derb. »’n saft’jer Preis« ist ein hoher Preis.
Saftladen Bezeichnung für eine miese Kneipe oder einen schlecht geführten Laden. Ursprünglich für eine Apotheke wegen des Verkaufs von Kräutersäften.
Salat »Da ham wa den Salat!«, da haben wir die Bescherung.
Salzketer Ø  Salzkuchen. »-keter« ist die entrundete Form von »Köter«, Hund.
Salzkuchen Brötchen aus Roggen- und Weizenmehl, Ø  Schusterjunge.
Salzhase eingesalzener Hering.
Sammelsurium (hd. sammeln und nd. sur = sauer und lat. Endung) Durcheinander, Mischmasch. In Anlehnung zu nd. ›Sammelsur‹, ein aus Speiseresten bestehendes, säuerlich schmeckendes Gericht. Scherzhafte Bildung aus der Studentensprache des 17. Jhs.
Sankristei Sakristei.
Sardellen Haare. Ursprünglich für spärliche Haarstränen.
Sargnagel Zigaretten. Vgl. engl. coffin-nail.
Satansbraten 1. für Ø  Bulette. 2. frecher Junge, Hallodri.
Sau wie in Bayern auch ein beliebtes Schimpfwort: Saukerl, Sauladen, Saubande, olle Sau, etc. »Unter aller Sau«, ist unter aller Kritik, wer »wie ’ne jesengte Sau rennt«, der ist in höchster Eile, während jemanden »zur Sau machen« meint, ihn in Grund und Boden zu stampfen.
sauer »Dit wird dir sauer uffstoß’n.«, schlecht bekommen. »Dit kannste dir sauer kochen.«, das kannst du für dich behalten. »Uff den bin ick janz schön sauer.«, böse, wütend.
Sauerkohlstampfer oder auch Sauerkohlstampen dicke, plumpe, Beine.
Saunickel schmutziger Mensch.
Saures »Jib ihm Saures!«, Aufmunterung bei Prügeleien.
Sause »’ne Sause machen«, zechen, einen trinken gehen.
Schacht (nordd.) Keile, Prügel.
Schachtel »’ne olle Schachtel« ist eine alte und/oder häßliche Frau. Wohl nach frühnhd. schattel = weibliche Scham.
Schafsscheiße mit Speckkrabben unschmackhaftes Essen.
Schale wer sich »in Schale schmeißt«, der hat sich feingemacht, schick angezogen.
schalen gehen Mülltonnen nach verwertbaren Abfällen durchsehen.
Schallee Gelee.
Schamsel (frz. mamselle) liederlich aussehendes Frauenzimmer.
Schamster Freund einer Frau.
Schandschnauze freches Mundwerk.
Schandtat wer »zu allen Schandtaten bereit ist«, der macht gern alles mit, der ist zu allem bereit.
schappern tanzen.
Schappipuffer für Ø  Bulette.
scharf »uff wat scharf sein », auf etwas gierig sein.
scharmieren (frz. charmer) liebkosen.
scharwenzeln schmeicheln. Vom tschech. Hasardkartenspiel Straschak eingedrungen. Wenzel = bube, von cervey = rot.
schauderös schauerlich.
schauern scheuern.
schaukeln »Wir werd’n dit Kind schon schaukeln.«, die Sache schon machen.
Schaukelpferd wer »’n Jemüt wie’n Schaukelpferd hat«, der ist gutmütig.
Schaute (jidd. schoteh = Narr) im 19. Jh. eine Vogelscheuche, ein häßlicher Mensch; heute für einen charakterlosen Menschen.
scheckig »sich scheckig lachen«, sich krumm lachen.
Scheese 1. (frz. port-chaise = Sänfte) schlechtes Auto und 2. Kinderwagen. Schesen schnell laufen, jagen, vielleicht von engl. to chase. Ø  auch Cheese.
Scheibenkleister Umschreibung für Scheiße. »So’n Scheibenkleister!«, Ausruf der Verärgerung.
Scheich Ahmed reicher Mann.
Schein 100-Mark-Schein. Eine halber Schein ist ein 50-Mark-Schein.
Scheiß (mask.) »So’n Scheiß!«, so ein Mist. Entstanden aus hd. Femininum »die Scheiße« und der nd. maskulinen Form »der Schiet«. Produktiv in vielen Zusammensetzungen, z. B.. Scheißangst, Scheißtyp, Scheißarsch, u.s.w.
Scheiße mit Reis unschmackhaftes Essen.
Scheißständer Beine.
scherbeln veraltet für tanzen.
scheuern 1. tanzen, feiern und 2. jemanden ohrfeigen. »Ick scheuer dir gleich ’n paar!«
Scheuerratte Mädchen, das ständig tanzen geht, also eine ›Tanzmaus‹ ist.
Scheunendrescher »essen wie’n Scheunendrescher«, viel essen.
schick sehr gut, wie Ø  dufte.
schicker (jidd.) betrunken.
Schickse verächtlich für eine junge Frau. Von jidd. schekez = Gaul; ursprünglich bezogen auf christliche Frauen, die mit einem jüdischen Mann befreundet waren.
schieben gehen, machen. »Schieb ab!«, hau ab.
Schieleisen Brille.
schiel schielend.
Schiepchen Freund.
Schiepel im 19. Jh. alter Hut.
schikanös schikanierend.
Schillebold Libelle.
Schimpfe Schelte. »Mutter, jibt’s Schimpfe, wenn ick zu spät komme?«
Schimmer Ahnung. »Der hat ja keen’ Schimmer!«
Schippe Schaufel. Jemanden »uff de Schippe nehm’n«, ihn veralbern. »’ne Schippe ziehen«, den Mund verziehen als Ausdruck des Gekränktseins.
schiskojenno (poln.) gleichgültig, egal.
Schißlaweng Ø  Cislaweng.
Schlaaks hochgeschossener, meist ungeschickter Mensch. Von nd. slak = nachlässig, träge.
Schlabbertutti oder Schlabbertutsch süße, weichliche Speisen.
Schlaffi (jgdsprl.) schlapper Typ.
Schlafittchen jemanden »bei’t Schlafittchen kriejen«, ihn (am Rockkragen) festhalten, ihn packen, meist mit der Absicht, ihm die Leviten zu lesen.
schlagen »Da schlag einer lang hin!«, Ausruf des Erstaunens.
Schlamassel (jidd. masol = Glück), verfahrene, schwierige Situation. Wie Ø  Bredullje. »Da ham wa wieder den Schlamassel!«
Schlammschieter bzw. Schlammscheißer Schimpfwort auf eine Person. Ø  Scheiß.
Schlampampe (mnd. slampampen) 1. unordentliche, nachlässige Frau. 2. Unordentlichkeit.
Schlangenfraß schlechtes Essen.
Schlapper »Jib ma mal de Schlapper rüber.«, die Hausschuhe. Nordd. ›Schlappen‹, von nd. slappen = hängen lassen.
Schlappschwanz Schwächling. Abgeleitet von »schlaffer Schwanz«, nicht erigierter Penis.
Schlauch wer »auf dem Schlauch steht«, ist völlig erschöpft oder pleite.
schleierhaft rätselhaft.
Schleimscheißer Kriecher, Schmeichler.
Schlenki (ostberl.) für den Bus der Öffentlichen Verkehrsbetriebe, der aus zwei durch ein Gelenk verbundene Wagen besteht.
Schlesinger Schlesier.
Schlidderbahn Rodelbahn.
schliepig wässrig in bezug auf Kartoffeln.
Schlimme Oogenwurst Fleischwurst.
Schlitten 1. Motorrad und 2. großes Auto. 3. Als Drohung: »Mit dem wer’ ick Schlitten fahr’n!«
Schlodderpamps weiche Masse. Aus nd. sluddern = schlottern und Pamps (nd. pamps) = Brei. Ø  auch Pampe.
Schlorndorf Berlin-Charlottenburg.
Schlorren (nordd., ostpr.) Hausschuhe.
Schlössertöle »Er heult wie ’ne Schlössertöle.«, wie ein Schloßhund, also ununterbrochen und heftig.
Schluckspecht jemand, der viel trinkt bzw. viel trinken kann.
Schlummerorgel Radio.
Schlummerkopp Mensch ohne Energie.
Schlummerrolle Geliebte, Freundin.
Schlumpe (nordd.) Schlampe. Von schlumpen = schlaff herabhängen, Nebenform zu ›schlampen‹.
Schlung Schlund.
Schlunze wie Ø  Schlumpe.
Schmalzamor verliebter dicker Mann.
Schmalzlerche Pfannkuchen.
Schmalzstulle »Immer rüber mit de Schmalzstullen.«, immer her mit dem Geld. Ø  auch Stulle.
Schmalzstullentheater billiges Boulevardtheater.
Schmatzipuffer Liebling.
schmeißen 1. werfen, geben. »Schmeiß ma mal de Kassette rüber.« 2. starten, anzünden. »Schmeiß mal den Ofen/Wagen an.«
schmettern trinken.
Schmierage Geschmiere.
Schmook im 19. Jh. für eine verbotene Übersetzung. Vgl. engl. ›smoke‹ und ›smog‹.
Schmu (rotwelsch schmuh = Profit, Gewinn) »Schmu machen«, betrügen.
schmuddelig (nd. smuddelig) schmutzig.
schmulen 1. verstohlen blicken. 2. in der Schule abgucken.
schmurgeln brutzeln, braten.
schnabbelieren mit Behagen speisen, schnabulieren.
schnabbern viel sprechen, wie Ø  quasseln. So auch Schnabberliese.
Schnabus Schnaps.
schnafte ausgezeichnet, sehr gut.
Schnalle 1. Bruder, 2. Freundin und 3. Kumpel.
schnallen verstehen. »Inner Schule hab ick heut wieder ja nischt jeschnallt.«
Schnäpperken ein Glas Schnaps. Von schnäppern = ein Glas Schnaps trinken. Substantivierung durch die nd. Endung -ken.
Schnapsdrossel Trunkenbold. Dem Namen der Wacholderdrossel nachgeahmt.
schnarzig besonders gut.
schnasseln (jidd. schasjenen) trinken.
Schnauze wie in anderen Dialekten auch ein häufig benutztes Schimpfwort. »Ick polier’ dir gleich de Schnauze!« Eine frisierte Schnauze bezeichnet eine gewollt vornehme Sprechweise.
Schnauzenschaber oder auch Schnauzenschinder Herrenfriseur.
Schneemann Verkehrspolizist.
schneen schneien.
Schneiderkarpfen ironisch für Hering. Was dem Reichen der Karpfen, ist dem armen Schneider der Hering.
Schnelle »uff de Schnelle«, schnell.
Schneppe Schnepfe, Hure.
schnieke (nd. snigger, snicker = munter, hübsch, zierlich) fein, elegant, schmuck, schneidig; überhaupt Ausdruck des Wohlgefallens.
Schniepel 1. Frack, inbesondere im 19. Jh., und 2. für den Penis eines kleinen Jungen. Von nd. sniepeln = abschneiden.
schnippern mit der Schere schneiden, schnippeln.
Schnittloch Schnittlauch. Ø  auch Knobloch.
schnobbern schlummern.
schnoddrig (nd. snodder = Nasenschleim) frech, vorlaut. Bezeichnet jemanden, dem es noch gar nicht zukommt, mitzureden; der noch so jung ist, daß ihm der Nasenschleim aus der Nase läuft. Nd. ene snoddrige Näse = eine Nase voller Schleim.
Schnodderschnauze vorlautes Mundwerk.
schnorren betteln, bei jemanden auf geschickte Art und Weise etwas abstauben.
Schnösel sich vornehm gebender Mann bzw. vorlauter Junge. Abgeleitet von Schnodder, Ø  schnoddrig.
schnudd(e)lig nett, liebenswert. Gehört zu Ø  Schnute und ist parallel zu Ø  schnoddrig.
schnulle wie Ø  schnuddlig und davon abgeleitet.
schnuppe gleichgültig, egal, einerlei. »Dit is’ ma schnuppe!« Von Berlin aus in der 2. Hälfte des 19. Jhs. verbreitet und heute umgs.
schnurz wie Ø  schnuppe. »Dit is ma schnurz und piepe.«, das ist völlig gleichgültig. Abgeleitet von nordd. Snart, Snurt = Furz.
Schnute Mund. »’ne Schnute ziehen«, schmollen. Nd. Entsprechung zu hd. ›Schnauze.‹
schocken bezahlen. Von jidd. schuck = Mark, Geldstück.
schoflig (jidd. schophol = niedrig, schlecht) gemein.
Scholli (vielleicht frz. joli = niedlich) »Mein lieber Scholli!«, Drohung, insbesondere von Eltern gegenüber ihren Kindern.
Schorftörtchen Ø  Bulette.

 

Schornsteinfegerhelm im 19. Jh. für Zylinder.
Schote 
1. Ohrfeige und 2. eine außergewöhnliche, meist nicht ganz korrekte Situation. »’ne Schote abzieh’n«, etwas tun, was nicht ganz korrekt ist.
Schotterlotte betuchte Freundin. Fußt auf umgs. Schotter = Geld, analog zu Ø  Kies.
schräg jemanden »schräg ankieken«, schief angucken.
Schreckschraube »’ne olle Schreckschraube« bezeichnet eine meckernde Frau oder eine alte Jungfer.
Schreibebrief offizieller Brief.
Schreiberholz Bleistift.
Schreifritz Freischütz.
Schrippe Berliner Brötchenspezialität. Während eine verzauberte oder gebratene Schrippe die Ø  Bulette ebenso bezeichnet wie Schrippe im eigenen Saft, bezieht sich »’ne olle Schrippe« mitunter auf eine Frau. Vgl. frühneuhd. ›schripfen‹.
Schrippenarchitekt Bäcker.
Schrippenpuffer für Ø  Bulette.
Schrulle alte Frau.
schrumplig runzlig. Von schrumpeln, nd. und md. Variante zu schrumpfen.
schubbern 1. reiben, scheuern, 2. tanzen und 3. arbeiten. Von schubben, nd. und md. Varianten zu hd. ›schieben‹.
Schubjack Geizhals. Vgl. nl. schobbejak, nordd. Schubb(e)jack; aus nd. schobben = kratzen und die verküzte Nebenform Jack aus Jacob.
schuchteln tanzen oder auch einen Einkaufsbummel machen.
Schudder Schauder.
Schüttelroste»uff de Schüttelroste gehen«, tanzen gehen.
Schuhsohlen putzen tanzen gehen.
Schumm (jidd. schemen = Fett) Rausch. Der Anfangslaut wird in der Regel gesprochen wie frz. ›j‹ in jardin. Von daher findet sich wohl auch die Aussprache Jum, mit deutschem ›j‹.
Schuß »Dit war’n Schuß in die Hose.«, das war nicht gelungen. Wer »’nen Schuß weg hat«, der ist nicht ganz richtig im Kopf.
schusselig (omd.) fahrig.
Schusterjunge Roggenmehlbrötchen. »Es regnet Schusterjungen.«, sehr stark.
Schusterpunsch normaler Kaffee.
schwach »Du bist wohl momentan schwach uff de Brust.«, hast wohl kein Geld mehr.
Schwadilje früher für alte Jungfer.
Schwangere Auster Spitzname für die Berliner Kongreßhalle.
schwarz »warten, bis de schwarz wirst«, lange warten.
Schwefel Streichholz.
Schwein Schimpfwort. »Ick gloob mein Schwein feift!«, ich glaube, ich spinne. (Ausruf des Erstaunens)
Schweinebacke oder auch Schweinepriester Schimpfwort für eine Person.
Schweinezucht große Unordnung.
Schwelle Schwester.
Schwenzelpfennige heimlich gespartes Wirtschaftsgeld.
schwer schief geladen stark betrunken.
Schwiegerpaul Schwiegervater.
schwiemlig schwindlig. Von Ø  schwiemeln.
schwiemeln ein liederliches Leben führen. Von nd. swimen = schweben.
schwierige Geburt »Dit war ’ne schwierige Geburt.«, eine nicht einfach zu bewerkstelligende Sache.
Schwindeljule Bezeichnung für ein kleines Mädchen.
Schwindelpost Als »Schwindelpost« bezeichnete man im Jahre 1870 die zahlreichen Extrablätter, die den Verlauf des Krieges nicht gerade wahrheitsgemäß berichteten.
schwoofen tanzen. »uff’n Schwoof gehen« heute für tanzen gehen, im 19. Jh. auf einen öffentlichen Ball gehen. Von omd. Schwof = Dorftanz, was an mhd. sweif = schwingende Bewegung anknüpft.
Schwuchtel Tunte, feminin wirkender Homosexueller.
schwuchteln gehen tanzen gehen. Zu mundartlich schwuchten = schwanken, schaukeln.
Schwulitäten »in Schwulitäten geraten«, in Schwierigkeiten kommen. Fußt auf nd. swul = drückend, ängstlich, beklommen.
Schwupper Fehler, Versehen. Von umgs. Schwupp = kleine herausschwappende Menge.
Sechser 5-Pfennig-Stück. Leitet sich ab von einer Münze, die früher sechs Pfenige wert hatte.
SED (ostberl.) Selten etwas dran.
Seechbomme Nachttopf.
Seelenziepen Liebeskummer. Ø  ziepen.
Seifensieder »Mir jeht’n Seifensieder uff.«, mir geht ein Licht auf. Seifensieder = Kerze.
Selbstgestrickter ein langhaariger Hund.
selbstgewachsen   »Die Blume is selbstjewachsen.«, sagt man, um ihre Qualität hervorzuheben.
selten ungewöhnlich.
Semmeltörtchen für Ø  Bulette.
Senfschnuller Bockwurst.
Senge Schläge, eine Tracht Prügel.
Senkel Schnürsenkel. »nich alle uff’n Senkel ham« = verrückt sein.
Senkelhalter Schuhe.
senkrecht aufrecht.
Sesselpuper Beamte(r).
setzen »Es setzt gleich Keile!«, es gibt gleich Prügel.
Siebenklepper Kind.
Siebenköpfige Raupe »essen wie eine siebenköpfige Raupe«, viel essen.
Sieke Musik. Abkürzung aus dem Liedvers »In Rixdorf is Musike...«
simelieren nachsinnen.
Singepedemie Singakademie.
sittlich »Dit hat keenen sittlichen Wert.«, das nützt nichts.
Sitzkissen türkisches Fladenbrot.
Sitzung haben »’ne Sitzung haben«, zur Toilette gehen.
Snob (engl. snob) feiner Herr.
Socken wer »vonne Socken is«, der ist überrascht, vielleicht so stark, daß er wegrennt, »daß de Socken qualm’n.« Als Beleidigung: »Du mieser Eimer Socken!« Siehe auch Ø  rote Socke.
Soff Getränk, Gesöff.
Sohle »’ne Sohle uff’t Parkett lejen«, »’ne kesse Sohle dreh’n«, tanzen.
Sohlen Schuhe.
Sohnemann freundliche Anrede für »mein Sohn«.
Soße »Is allet eene Soße.«, ist alles dasselbe.
spachteln auch einspachteln viel und mit Genuß essen.
spack (nd. = ausgedörrt, ausgetrocknet) schmal, elend, dünn.
Spaghettis 1. Italiener und 2. Haare.
Span »Mach ma keene Späne!«, mach kein Theater, zier dich nicht so.
Spekuliereisen Brille.
Sperenzken zögernde Einwände, Umstände. Von lat. sperantia = Hoffnung und nd. -ken in Analogie zu umgs. Sperenzchen und nd., md. Speranzen.
Spickaal »Nu sagen se bloß noch Spickaal, dann hau ick Ihnen eene runter.«, Antwort auf eine Aufzählung leckerer Speisen, mit denen einem der Mund wässrig gemacht wird. Albert Hopf gibt dem Helden in seinem Stück »Spickaal als Beherrscher der Mosquito-Küste und die Emancipierten unter den Wilden« (1846) denselbigen Namen. Nd. Spikkaal = geräucherter Aal, mnd. spikherinc = getrockneter Hering.
spillerig dürr, dünn, hoch aufgeschossen.
spinös schwierig, spitzzüngig.
Spinne mit Ei Spinat mit Ei.
spitz 1. krank und 2. geil.
Spohn Span.
Spree-Athen Beiname für Berlin.
Spreewasser »wer mit Spreewasser jetauft is«, der ist ein »echter« Berliner.
springen lassen »Läßte wat springen?«, spendierst du was?
Spritschleuder U.S.-Auto.
Spucke wem »die Spucke wegbleibt«, der ist sprachlos.
Spuk »Endlich is der janze Spuk vorbei.«, ist die unangenehme Sache vorbei.
spulerig dünn, mager. Von rotw. spulen = essen.
Sputnick (ostberl.) Bezeichnung für die Vorortzüge auf dem Berliner Außenring. Ein kleiner Sputnick ist ein neuer Erdenbürger und »’ne Molle und een Sputnick« meint ein Bier und einen Schnaps.
Stampe (frz. estaminet) Kneipe.
Stamper Beine. Fußt auf stampfen.
Stänkerfritze zänkischer Mensch.
statiös stattlich.
steckerig holzig. Fußt auf mhd., mnl. stecke = Pfahl. Als Verb steckern = herumstochern.
Steckerling Stichling.
steif »Den laß ick am steifen Arm verhungern.«, der soll sich vorsehen.
steiler Zahn hübsches Mädchen.
Steintal (ostberl.) für das Nebengebiet Marzahn.
Stellage Gestell.
Stelzen Beine.
Stemmzeug Messer und Gabel.
Steppke kesser, kleiner Junge. Fußt entweder auf der nd. Verkleinerungsbildung zu hd. Stopf, Stopfen = Korken oder auf der nd. Form zu hd. Stiftchen = Knabenpenis.
stibitzen stehlen. Vielleicht Einfluß von nd. stippen = sich eine Sache aneignen und mundartlich st(r)iezen = stehlen.
Stiebel Stiefel.
stiek langsam.
stieke ruhig, still.
Stiesel unhöflicher Mensch.
stiller Portier Tafel im Hausflur mit den Namen der Mieter.
Stimmungsgemüse Blumen.
Stinkadores schlechte, stinkende Zigarren.
Stinkstiebel Schimpfwort auf eine Person.
stippen (nordd.) eintunken. Nebenform zu steppen = nähen.
Stippi kleiner Junge.
Stoffel früher für einen groben, derben, beschränkten Menschen, heute allgemein für einen schweigsamen, nicht kommunikativen Menschen.
Stoppelhopser im 19. Jh. für den Soldaten bei der Infanterie.
Storch »Na, nu brat mir eener ’n Storch.«, Ausdruck der Verwunderung.
Stoß »Der hat’n Stoß jehabt bei de Weiber.«, der hat Erfolg gehabt. Deutliche sexuelle Anspielung.
stoßen jemanden »aus’m Anzug stoßen«, verprügeln.
stramm 1. straff, 2. fest, ungeniert und 3. gehaltvoll. Wer »stramm inner Weste is’«, der ist beleibt. Ein strammer Grog ist ein starker, gehaltvoller Grog. Wer »stramm uff de Achtzig zujeht«, steht kurz vor der Vollendung des 80. Lebensjahres.
Stremel Gewohnheit. »Er jeht immer nach seinem alten Stremel.« Nach Stremel = kleines Wegstück, von nd. Striemen = Streifen.
stremplich (in irgendeiner Weise) nicht in Ordnung.
Stretsch Streß.
Strich »Den hab ick uff’n Strich.«, auf den habe ich eine Wut. Wer »uff’n Strich jeht«, der prostituiert sich. »Den hab ick nach Strich und Faden verbleut!«
Strick übermütiges, ungezogenes Kind. Verkürzung aus Galgenstrick.
striezen oder auch stritzen stehlen.
Strippe 1. Bindfaden und 2. Telefon. Im 19. Jh. für den Kümmelbranntwein zum Bier. Obs. Strüppe, von mnd. strippe = Riemen, Schlaufe, Schlinge.
Strippenzieher Elektriker.
Stroh »Da kommt Stroh druff.«, das ist schon längst vergessen. Wer »Stroh im Kopp hat«, ist dumm.
Strolch 1. kleiner Gauner und 2. kleines Kind. Vielleicht von alem. strollen = ziellos umherstreifen.
Strumpf »Machen se mal ’nen netten Strumpf draus.«, eine gute Geschichte daraus.
Strunze (nordd.) abwertende Bezeichnung für Frau. Von ›stronzen‹, das Intensivum zu ›strotzen‹ ist.
stuckern holpernde, polternde Bewegung beim Fahren eines Wagens z. B. über Kopfsteinpflaster.
stuken stauchen, verhauen.
Stubenpisser Beamter.
stuken (nd.) jem. stoßem, stauchen. Auch jem. ein- oder runterstuken = ins Wasser stoßen, untertauchen.
Stulle ursprünglich ein kleiner Brotlaib, heute für eine Schnitte Brot. Eine Klappstulle bezeichnet zwei aufeinandergelegte Stullen. Die erste Berliner Laubenkolonie bekam den Namen Trockene Stulle. Stulle fußt auf nl. stul = Brocken, Stück, Kloß Butter. Ø  Bemme und vgl. auch Stollen.
Stumpen unteres Reststück, insbesondere einer Zigarre. Nd. Form für Stumpf.
Stumpfbock ein langweiliger Mensch.
stundenlang »Dem könnt’ ick stundenlang inne Fresse hau’n.«, unentwegt, ohne Unterbrechung.
Stunk Zank, Unsinn. »Dit jibt Stunk.«, das gibt Ärger. Nebenform zu Stank, vgl. auch stänkern.
Sturmsäcke Windbeutel.
Stuß (jidd. schtus = Narrheit, Torheit) Unsinn, blödsinniges Zeug.
Suffkopp Säufer, Trunkenbold.
sülzen nörgeln, maulen, jemandem in den Ohren liegen.
Sülzneese Nörgler.
Sums viel Aufhebens. »Mach bloß nich so’n Summs dadraus!« Von ›sumsen‹, Intensivum zu summen.
Superhammer Knüller.
Suppenschüsseln dicke Brillengläser.
Suppenschmiede Kantine.
susig dumm. Heute meistens Ø  transusig.

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