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» Berliner Wörter von A bis Z

 

 

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T

Tablettschluse   Serviererin.
Tacheles (jidd. tachlis = Endzweck) Tatsachen. »Tacheles reden«, zur Sache kommen.
Tachtel Ohrfeige. Jemanden »eine tachteln«, eine runterhauen.
Tallpatsch (ung. talpas = breitfüßig) Tollpatsch. Auch als Verb talpatschen, ungeschickt handeln.
talp(s)chen (nord.) ungeschickt mit den Händen fassen, auch antalpchen.
Tankstelle Kneipe.
Tante 1. Freundin, 2. Dame beim Kartenspiel und 3. Pfandhaus.
Tante-Emma-Laden kleines Einzelhandelsgeschäft.
tapern ungeschickt handeln. Nebenform zu talpen = schwer auftreten und tappen.
Tapetenflunder Wanze.
tapsen tappen.
tapsig ungeschickt.
Tatzen Hände.
teckelig krummbeinig. Als Verb ›mit den Fußspitzen einwärts gehen‹.
Teigaffe herabsetzende Bezeichnung für Bäcker.
teilachen (jidd.) ausreißen, flüchten.
Telespargel (ostberl.) Spitzname für den Fernsehturm in Berlin-Mitte.
Teller bunte Knete Pizza. (Verweist offensichtlich auch auf die gleichnamige Rockgruppe.)
Tellermine für Ø  Bulette.
Tepper ungeschickter Mensch. »Geschirr zerteppern«, in Scherben schmeißen.
Teppich »Bleib’n Se uff’n Teppich.«, regen Sie sich nicht so auf, bleiben Sie ruhig.
Terke Türke. In der scherzhaften Äußerung 1872 verzeichnet: »Hat keener kleenen Terken nich gesehen?«
Tick »nich sauber ticken«, »’nen Tick unter’m Pony haben«, spinnen, verrückt sein. von frz. tic = fehlerhafte Angewohnheit von Pferden, ungewöhnliche Bewegungen zu machen.
tigern »Ick muß schnell nach Hause tigern.«, sich beeilen, um nach Hause zu kommen.
Tingeltangel Kennzeichnung der musikalischen Darbietungen von Vergnügungsstätten Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. In einer »Berliner Publikümmerlichen Phantasie« heißt es: »Es wird ein Schimmer sich verbreiten, wie noch kein Auge ihn gesehen: Der Spittelkirche Glocken läuten und alle Wasserkünste gehn! Rings tönen Tingel-Tangel-Klänge. Fast glaubt man - wär’s nicht gar zu dumm, die Panke röche wen’ger strenge!« Vgl. auch schallnachahmend ›ting tang‹ für den Beckenschlag.
Tintenpropfen im 19. Jh. für Zylinderhut.
Tintenpisser Schreiberling.
Tippelschickse Strichmädchen. Ø  auch Schickse.
Tippelchen (Tüpfelchen) ganz kleiner Fleck.
Titkendreher im 19. Jh. für Tütendreher oder Ladendiener.
Todesknolle für Ø  Bulette.
Töle (nd.) kläffender Hund.
toll wunderbar, prima.
Tomaten »Du hast wohl Tomaten uff’n Oogen!«, du kannst wohl nicht richtig gucken.
Ton »Haste Töne?«, hast du Worte?

 

töppern Geschirr zerbrechen, auch zertöppern.
Tort (frz. tort) jemanden »einen Tort antun«, ihn kränken, ihm Unannehmlichkeiten bereiten.
Torte (jgdsprl.) Freundin, Frau, Partnerin, Geliebte.
totschick (frz. tout chic) besonders schick.
Tour 
Masche, Art. »Aber nich uff die Tour.«, nicht auf die Art und Weise.
Trabbi (ostberl.) Auto der Marke Trabant.
Traberpastete für Ø  Bulette.
Trampelloge billigster Platz im Theater.
trampsen trampeln.
Tran wer »im Tran ist«, der ist betrunken, deshalb allerdings nicht unbedingt transusig, d.h. langweilig und behäbig. Eine schlecht brennende Lampe wird als Tranfunzel bezeichnet.
Tränentier Trottel.
Traute Mut. Substantiv zu ›sich trauen‹.
Trecker »Ick gloob mein Trecker humpelt!«, ich glaube, ich spinne.
Treppe »Biste die Treppe runterjefall’n?«, hast du dir die Haare schneiden lassen.
Tretbretter Schuhe.
Treter Schuhe.
Tretewar oder auch Trittewar Trottoir, Bürgersteig.
Tretmine 1. Hundekot, der auf dem Bürgersteig liegt. »Achtung, Tretmine!«, paß auf, da liegt Hundekot. 2. für Ø  Bulette.
Triene einfältiges Mädchen, auch für Ø  Schwuchtel.
Triesel Kreisel. Wem »trieselig wird«, dem wird schwindelig oder er ist betrunken.
tr(t)zen   quälen, peinigen, inbesondere bei Prüfungen. Gehört zu nordd. Tritze = Rolle, Winde.
Trittchen Schuhe.
Trittewar Ø  Tretewar.
trommeln angeben.
Trulla Freundin, Frau, Partnerin, Geliebte, Mädchen. Von trollen = sich schwerfällig bewegen.
Tschako (umg.) ursprünglich ironische Bezeichnung für den Polizeihelm, was auf die Kopfbedeckung der preußischen Husare ab 1804 zurückgeht; in den 20er Jahren aber gelegentlich auch heute noch allgemein für Polizist.
Tube »uff de Tube drücken«, schnell fahren, aber auch mehr machen, als nötig ist.
Tucke abfällig für Frau.
tuckeln langsam fahren. Lautnachahmend für das Motorengeräusch. »Kiek mal, da kommt Kutte anjetuckelt!«, kommt Kutte langsam auf den Sprecher zu.
tücksch (von tückisch) trotzig, zornig.
Tülle (Ausguß der Kanne) abfällig für Frau.
Türkenkoffer Plastiktüte.
Tussi Frau, Freundin.
Tüte 1. mit leicht negativer Komponente für eine Person. 2. »Kommt nich inne Tüte!«, kommt nicht in Frage.
tuten 1. trinken und 2. blasen. »Der hat ja von Tuten und Blasen keene Ahnung.«
Tütenschlund Mund.
Tutrian Trompeter oder Mensch, der angibt.
tutschen trinken. Vielleicht von »an der Tutte (Titte) saugen« und parallel zu lutschen und nd. tuschen = saugen.

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