Anfang >>> Hip oder Hop » Berliner Wörter von A bis Z
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W
wa für nicht wahr hat eine ähnliche Funktion wie in anderen Dialekten ne oder gel und im Amerikanischen okay.
wabbelig flau, wackelig, quabbelig.
WC (ostberl.) ironische Abkürzung für die Centrum-Warenhäuser. Nunmehr WZ? Neuerdings (westdeutsch gewendet) wird das Centrum zum Zentrum: »Det is ne Wolke - Kaufhof, vorher Zentrum.«
Wackelpeter »Götterspeise« als Nachtisch, umgs. Wackelpudding.
Wade »sich die Waden bescheißen« = übereifrig sein. »Ick krieg den Dot in beede Waden.« = Ich lach mich tot.
wahr etwas, das »beinah schon nich mehr wahr ist«, ist schon lange her. Wenn einem etwas nicht so ganz angenehm ist: »Dit is nich der wahre Jakob.«
wälzen »Dit is ja zum Wälzen.«, zum Kaputtlachen.
Walzer »Dit spielt doch keen Walzer!«, das spielt doch keine Rolle.
Wampe Bauch. »Sich die Wampe vollschlagen«, sich vollfressen.
Wamse Schläge. Man denke an den Wams, der ausgeklopft wird, um den Staub zu entfernen.
Wanderbulette Frikadelle im Brötchen.
Wanstrammeln Bauchschmerzen.
Waschfrau »Grüßen Se Ihre Waschfrau.«, gehen sie Ihrer Wege.
Waschlappen Schwächling, Feigling. Ein Dienstmädchen wurde im 19. Jh. als Waschlappen-Adjutant bezeichnet.
Wasser in die Ecke stellen pinkeln gehen.
Wasserpollake Pole. Ursprünglich für Schlesier.
wegschmeißen »Dafür hab ick zwanzig Märker wegjeschmissn.«, ausgegeben.
wegschmelzen 1. abhauen, weglaufen. 2. vor Rührung zerfließen.
Weiber schaukeln tanzen.
weimern klagen, jammern.
Weiße Berliner Weißbier, helles, obergäriges Bier. Mit einem Schuß Himbeer- oder Waldmeistersirup versüßt als Weiße mit Schuß bekannt.
Weißkäse Quark.
Weltgeschichte »Da hört sich doch die Weltjeschichte uff.«, da hört sich doch alles auf; Ausdruck der Empörung.
wenn »Wenn schon, denn schon.«, emphatische Aussage hinsichtlich einer wenn-dann-Beziehung. »Machste dit heute noch fertig?« - »Na, wenn schon, denn schon!«
Wettkampf zwischen Bäcker und Schlächter für Æ Bulette.
Wichs übertrieben festliche, elegante Kleidung.Wichse Schläge, Prügel. Auch verwichsen.
Wichser Angeber.
Wichsgriffel Hände, Finger. Die Griffel zum Wichsen, zum Auf-Hochglanz-Bringen, aber auch mit Anspielung aufs Onanieren.
Wickel jemanden »beim Wickel nehmen bzw. kriejen«, ihn sich Æ vorknöppen. Wickel meint die im Nacken zusammengezogenen Haare.
widder wieder.
wie für als, sowie, sobald. »Meene Keule is jünger wie icke.«
wie noch nie sehr. »Da hab ick jelacht, wie noch nie.«
Wiese mähen Haare schneiden. Der Ausruf »Dann ist die Wiese grün!« meint, dann ist meine Geduld am Ende. Abgeleitet von der gleichbedeutenden Spielansage Pik; die Farbe ist im deutschen Kartenspiel grün.
Willem Wilhelm. Wer »nen dicken Willem« macht, der gibt an. Ein falscher Willem ist ein falsches Haarteil.
Wirsing Kopf.
Wirtschaft 1. Haushalt und 2. Aufregung, Unordnung. »Mach doch hier nich sone Wirtschaft.
Wodka »Wodka schmeckt ooch ohne Zähne.«, ostberl. Spruch.
Wolke »Dit is ne Wolke.«, das ist eine Æ Wucht.
Wonneproppen 1. ein immer strahlendes Baby. 2. mollige Blondine.
Wonneschaukel Hochzeitskutsche.
Wrasen Wasserdampf. Nd. Wort, das seit dem 18. Jh. von Berlin aus in die Literatursprache eingedrungen ist.
Wucht Tracht Prügel. Als Ausdruck der Anerkennung, des Lobes: »Dit is ne Wucht.« Von omd. Wucht = Gewicht, Schwere.
Wuchtbrumme ne dufte Biene, ein duftes Mädchen.
Wundertüte Æ Knallkopp, der immer wieder für Überraschungen sorgt.
Wuppdich oder Wuppdi Schwung. Ausruf zum Ausdruck einer schnellen und plötzlichen Bewegung.
Wuppdizität Geschwindigkeit. Um 1860 in Berlin entstanden.
wurachen mit lauten Geräuschen herumarbeiten.
Würger Krawatte.
Wurst »ne Wurst fassen«, essen.
wuschig 1. ungekämmt und 2. zerstreut, unkonzentriert. Von wuscheln = zersausen, zerknüllen; Nebenform zu gleichbedeutend wischen.