Jubiläen in Friedrichsfelde

 
1 8 7 6  Central-Apotheke
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Der jetzige Ortsteil Friedrichsfelde im Osten Berlins, entstand aus einem alten Angerdorf. Friedrichsfelde war die größte Landgemeinde des Kreises Niederbarnim. Sie wurde im Norden durch das Dorf Marzahn, im Westen durch Lichtenberg und Rummelsburg, im Süden durch Schöneweide und im Osten durch Biesdorf und die Wuhlheide begrenzt. 1840 lebten hier 950 Einwohner, 1871 waren es bereits 2170.

Die Central-Apotheke, 1876 in Friedrichsfelde gegründet, ist das Werk einer Reihe von Apothekern, jeder von ihnen erfolgreich darum bemüht, seinem Auftrag gerecht zu werden: für die Gesundheit der Patienten, die ihm vertrauten, da zu sein.

 
1876 Oskar Hellmar Kronen-Apotheke
1886 Otto Roth Kronen-Apotheke
1898 Otto Roth Kaiser-Apotheke
1910 Apotheker Schreiber Central-Apotheke
1910 Paul Behrendt  
1939 Bruno Vörtmann  
1954 Walter H. Fiala  
1966 Hans Heinrich Froböse  
1975 Ursula Moritz  
1988 Renate Schneidereit (Pharmazieingenieur)
1990 Helga Pfeifer  
2004 Kathrin Behrendt  

 
1876 Am 19. Juni 1876 erfolgte die Ausschreibung einer Apotheke für Friedrichsfelde. Die Realkonzession erhielt der Apotheker Oskar Hellmar im gleichen Jahr und eröffnete 1877 die "Kronen-Apotheke" in der damaligen Berliner Straße (jetz: Straße "Alt-Friedrichsfelde"), auf der gegenüberliegenden Straßenseite von unserer heutigen "Central-Apotheke".

1881 Die "Kronen-Apotheke" wurde an ihren zweiten Standort, in die Berliner Straße 40 verlagert und 1898, also 17 Jahre später, als "Kaiserapotheke" ins Handelsregister ein­getragen. Besitzer war Otto Roth.
1910 Apotheker Schreiber erhielt 1910 die Personalkonzession für die "Kaiser-Apotheke" und benannte sie in "Central-Apotheke" um. Seit diesem Zeitpunkt trägt unsere Apotheke ihren heutigen Namen.
Am 1. 4. 1910 übernahm Apotheker Paul Behrendt die "Central-Apotheke" in der Berliner Straße 40 und erhielt am 29. 4. 1910 die Realkonzession dafür. Er war jüdischer Herkunft und stammte aus Breslau. Seine Approbation erhielt er in Braunschweig.
1927 Im Zusammenhang mit der "Bildung von Groß-Berlin" im Jahre 1920 erfolgte die Umbenennung der Friedrichsfelder "Berliner Straße"

in "Alt-Friedrichsfelde". 1932 wurde die Apotheke mit 2-jähriger Bauzeit revisionsfähig umgebaut und mußte dazu auf die linke Seite des Hauses Alt-Friedrichsfelde 40 verlagert werden.
1938 Am 9. November 1938 (Progromnacht ) wurden die Scheiben zerschlagen. Es gilt als sicher, dass Paul Behrendt und seine 56-jährige Gattin vorher nach Palästina auswandern konnten. Nach dieser unheilvollen Novembernacht wurde der Apotheker Bruno Vörtmann als Pächter eingesetzt. Am 24. 10. 1939 erhielt er die Personalkonzession für den Betrieb der Apotheke, nachdem er die "Central-Apotheke" laut Kaufvertrag vom 24. 8. 1938 für die Summe von insgesamt 157 000 Mark gekauft hatte.
1944 Am 19.5.1944 wurde die Apotheke, noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite des heutigen Standortes, bei einem Bombenangriff bis auf die Kellerräume und wenige Teile der 1. Etage völlig zerstört. Noch 1944 baute Bruno Vörtmann in den heutigen Apothekenräumen, einem ehemaligen Frisiersalon, in Alt-Friedrichsfelde 90, seine neue "Central-Apotheke" aus und führte sie bis zu seinem Tode im Jahr 1953 (.Grabstein)
Im selben Jahr verpachtete Frau Betty Vörtmann die Apotheke an Pharmaziemagister Walter H. Fiala. Er hatte an der Prager Universität studiert und war eine beliebte Persönlichkeit.
1965 Am 1. Januar 1965, ging die "Central-Apotheke" in städtische Verwaltung über und wurde eine "Haushaltsorganisation des Rates des Stadtbezirkes Berlin-Lichtenberg, Abt. Gesundheits- und Sozialwesen". Nach dem 4. Apothekertag 1968 begannen sich auch im Apothekenwesen Berlin-Lichtenberg zentralisierte Leitungsstrukturen zu entwickeln. Mit der sozialistischen Planwirtschaft wurden die einzelnen Apotheker zunehmend entmündigt. Die Personalhoheit, Buchhaltung, Gehaltsstelle, Arzneimittelkontrolle und vieles andere mehr wurden zentralisiert.
Im Jahr 1966 wurde der Apotheker Hans Heinrich Fröse durch den Stadtbezirksarzt als staatlicher Leiter eingesetzt.
1976 Die Straße "Alt-Friedrichsfelde"" wurde in "Straße der Befreiung" umbenannt.
Im Zusammenhang mit dem Abriß vieler Häuser bzw. der Rekonstruktion der alten Häuser dieser Straße von 1979 - 1984 und dem Bau des Autotunnels wurde die "Central-Apotheke" in 16-monatiger Bauzeit mit zwischenzeitlicher Auslagerung ins damalige "Ambulatorium Dr. Herbert Baer" umgebaut. Dabei wurden 4 neue Räume des Nachbarhauses Nr. 91 , ehemaliger Kolonialwarenladen, integriert. In dieser schwierigen Zeit führte Frau Apothekerin Ursula Moritz die Apotheke. In den 60-iger und 80-iger Jahren sollte die "Central-Apotheke" aus Rationalisierungsgründen geschlossen werden.
1988 Nach langjähriger Tätigkeit mußte Frau Apothekerin Ursula Moritz aus Krankheitsgründen die Leitung der Apotheke aufgeben. Zum 1. 3. 1988 wurde die langjährige Mitarbeiterin der "Central-Apotheke", Frau Pharmazieingenieurin Renate Schneidereit, durch den Stadtbezirksarzt, als staatliche Leiterin eingesetzt (dazu bedurfte es einer Sondergenehmigung, da ein Pharmazieingenieur nur mit langjähriger Berufserfahrung in einer Apotheke eingesetzt werden konnte).
1989 Die gesellschaftspolitische Wende 1989 machte die Privatisierung von Apotheken möglich. Zum 1.Juni 1990 übernahm Frau Apothekerin Helga Pfeifer die staatliche Leitung der "Central-Apotheke". Sie hatte an der Humboldt-Universität Berlin studiert (Approbation 1968), qualifizierte sich 1978 zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie und wurde 1983 mit dem Titel Pharmazierat ausgezeichnet. Im Oktober 1990 erhielt sie von der Senatsverwaltung die Option zum Kauf und darauffolgend die Betriebserlaubnis, so daß die Apotheke nach einem Inventurschließtag am 1.3.1991 wieder als Privatapotheke eröffnet werden konnte. Voraussetzung nach dem aktuellen Apothekengesetz war der Nachweis über die deutsche Staatsangehörigkeit, der Approbation und der Zuverlässigkeit und Eignung (polizeiliches Führungszeugnis).

   unser Team am 1. 3. 1991
 
In nur 4 Wochen, mit Notverkaufsraum, wurde die Apotheke, hinter der historischen Fassade, modernisiert, mit neuen Organisationsformen und moderner Computertechnik.
Am 31. Januar 1992 erfolgte die Rückbenenung der Straße in "Alt-Friedrichsfelde".
2001 Das 10-jährige Jubiläum des Neubeginns konnte würdevoll gefeiert werden. Die Kundenkarte war eingeführt und vielfältige Serviceleistungen, Seminare u. a. m. wurden angeboten. Das Apotheken-Team führte qualifizierte Beratung durch.


von links: Frau Kube, Frau Thierbach, Frau Schneidereit, Frau Pfeifer, Frau Nitschke, Frau Düring, Frau Berg, Herr Pfeifer

In der Nacht zum 21. März 2001 kam es zu einem Schwelbrand, der die Apotheke vewüstete. Mit übergroßer Einsatzbereitschaft des gesamten Teams wurde die Funktionsfähigkeit innerhalb von drei Wochen wieder hergestellt.
2004 Am 1. 3. 2004 übernahm Frau Apothekerin Kathrin Behrendt, Tochter der vorherigen Besitzerin nach 2-jähriger Pacht die "Central-Apotheke". Sie ist in Friedrichsfelde, im Rosenfelder Ring, aufgewachsen. An der Humboldt-Universität hat sie Pharmazie studiert und 1998 die Approbation erhalten. Danach war Frau Behrendt einige Jahre als Apothekerin in Magdeburg tätig.
 
In der heutigen Zeit voller Gesundheitspolitischer Veränderungen ist für das Team der "Central-Apotheke" die zuverlässige Arzneimittel- und Gesundheitsberatung nach neuesten Erkenntnissen der besondere Schwerpunkt.
Wir haben uns auf verschiedene Gebiete spezialisiert, wie
  • Diabetikerberatung
  • Impfberatung für Standard- und Reiseimpfungen
  • Empfehlung pflanzlicher Mittel
  • Beratung zu Homöopathie und Schüßlersalzen
  • Ernährungsberatung
Seit November 2005 ist unsere Apotheke nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert und wendet das Qualitätsmanagment in der täglichen Praxis an.

Hinweis Vielen Dank an Frau Behrendt, Central-Apotheke in Berlin-Friedrichsfelde und Frau Pfeifer

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www.berlin-friedrichsfelde.info   Seitenanfang   26.08.2006